Leibspeise Thujen: Biber nagt am Nerv von Gärtner. Nager hat es auf zwölf Meter lange Hecke im Kleingartenverein Föhrenwald in Traisen abgesehen. Johann Brunner ist verärgert.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 12. Juni 2021 (03:48)
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Die Äste der Thujen von Johann Brunner werden vom Biber laufend abgenagt. Das ärgert Brunner, weil die Hecke als Sichtschutzzaun zum Kleingarten mit Pool dient.
: Wohlmann, : Wohlmann

Der Biber. Er nagt nicht nur an Baumen, sondern im Gartenverein Föhrenwald auch an Thujenhecken. Zumindest an jenen von Kleingartenbesitzer Johann Brunner. „Sogar das Hochwasser von 1997 haben meine Thujen überlebt, den Biber auf Dauer aber nicht“, ist er betrübt.

„Er beißt sämtliche Zweige der Thujen ab, beim Nachbarn hat er sogar ein Stück vom Maschendrahtzaun durchgebissen“

Das Problem mit dem größten heimischen Nagetier hat Brunner erst seit diesem Jahr. „Er beißt sämtliche Zweige der Thujen ab, beim Nachbarn hat er sogar ein Stück vom Maschendrahtzaun durchgebissen“, erzählt Brunner beim Lokalaugenschein mit der NÖN im Kleingartenverein. Neben seinem Grundstück verläuft der Mühlbach, von dort kommt auch der Biber. Er selbst hat ihn noch nicht gesehen, doch er ist täglich mit zunehmenden Schäden an seiner rund zwölf Meter langen Hecke konfrontiert.

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Dieser Biber klettert vom Mühlbach über die Böschung zum Gartenverein Föhrenwald.
Schauderer, Schauderer

Seine Nachbarin Eva Schauderer hat den felligen Gefährten an der Uferböschung bereits erblickt, andere Anrainer ebenso. Brunner verwundert ein wenig, warum der Nager so großen Gefallen an den eigentlich giftigen Pflanzen findet. „Das ist für ihn sichtlich ein gutes Baumaterial“, mutmaßt er.

Bürgermeister Herbert Thumpser weiß: „Der Biber ist zur Zeit nur im Bereich Föhrenwald aktiv. Ich habe schon vor rund zwei Monaten den Kontakt zum Biberbeauftragten des Landes hergestellt. Erhaltene Unterlagen habe ich an Johann Brunner weitergeleitet.“ Brunners Wunsch wäre eine Umsiedlung des Bibers. Daher suchte er selbst den Kontakt zum Biberbeauftragten. Dabei erfuhr er: Ein Umzug ist nicht so einfach.

Holzschutzzäune als kostspielige Lösung

„Dieser erklärte, dass es bei einer Ansiedlung an anderer Stelle zu Revierkämpfen mit anderen Bibern kommen könnte“, so Brunner. Und: „Der Tipp, die Pflanzen mit Chiliöl einzupinseln, um den Biber fernzuhalten, hat nicht funktioniert.“ Brunners Lösung: Holzschutzwände. Diese kosten aber. Ob sich seine Pflanzen erholen, weiß er nicht. Eine kleine finanzielle Entschädigung vom Land wäre angebracht, findet er.