ÖGK bietet Karin Bertl 10.000 Euro Zuschuss

Im Tauziehen um Finanzierung eines Spezial-Rollstuhls für halbseitig gelähmte Traisnerin zeichnet sich Lösung ab.

Markus Zauner
Markus Zauner Erstellt am 17. September 2021 | 04:11
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Nach dem schweren Schicksalsschlag wurde Karin Bertl viel Unterstützung zuteil. Nun zeichnet sich auch eine Lösung mit der ÖGK hinsichtlich des Spezial-Rollstuhls ab.
Foto: privat, privat

Mit gesammelten 14.000 Euro ist die von Priska Kunz initiierte Spendenaktion für die nach schweren Gehirnblutungen halbseitig gelähmt im Rollstuhl sitzende Karin Bertl (34) erfolgreich zu Ende gegangen.

Zurück bleibt Verärgerung, dass die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) bis dato nicht die Kosten eines rund 13.000 Euro teuren Spezial-Rollstuhls für die 34-Jährige übernommen hat – etwa bei Traisens SPÖ-Bürgermeister Herbert Thumpser, der mit der ÖGK bisher vergeblich in Gesprächen um einen Kompromiss stand.

„Aufgrund der bewilligten Versorgungen kann die ÖGK einen Kostenzuschuss in der Höhe von insgesamt circa 10.350 Euro anbieten.“ Marie-Theres Egyed, ÖGK

Nach NÖN-Anfrage bei der ÖGK zeichnet sich nun aber eine Lösung ab. „Aufgrund der bewilligten Versorgungen kann die ÖGK einen Kostenzuschuss in der Höhe von insgesamt circa 10.350 Euro anbieten. Eine diesbezügliche Ablehnung gibt es nicht“, schildert ÖGK-Pressesprecherin Marie-Theres Egyed. Womit der Kompromiss-Vorschlag Thumpsers vor der Umsetzung steht.

Generell habe man großes Verständnis für die schwierige Lage von Heidi Bertl, die ihre Tochter pflegt, und bedaure, dass sich die Patientin unzureichend versorgt fühlt, so die ÖGK weiter. Man biete Heidi Bertl daher einen Termin mit dem Büro der ÖGK-Generaldirektion und Ombudsmann Reinhard Köhsler an, „um die beste Versorgung für Frau Bertls Tochter zu erörtern“, wie es heißt.

Für Heidi Bertl steht indes fest: „Der Aufsteh-Rollstuhl ist und bleibt die Mobilitätshilfe, die Karin braucht, um Muskulatur aufzubauen und somit ein – wenn auch noch in weiter Ferne – eigenständiges Leben führen zu können.“ Ein Mosaikstein für eine leichtere Bewältigung des Alltags ist die von der Gemeinde frisch umgesetzte Abflachung des öffentlichen Gehsteiges bei der Wohnung der Familie Bertl, um ihn leichter mit dem Rollstuhl befahrbar zu machen. Applaus gibt es daher von Heidi Bertl für Ortschef Herbert Thumpser – ebenso wie für die vielen NÖN-Leser, die im Rahmen der Spendenaktion geholfen haben. . .