Erstellt am 14. Juli 2018, 07:32

von Maria Prchal

Das Ende der Ära Gaar. Türnitzer übergibt Ordination in St. Pölten an Diabetes-Experte Martin Hofer.

Martin Hofer übernahm die Praxis von Günter Gaar in der St. Pöltner Kremsergasse.  |  NOEN, Prchal

Seit 1993 betreut Internist Günter Gaar seine Patienten in der St. Pöltner Kremser Gasse. Mit 65 Jahren und nach über 40 Jahren als Arzt geht der Türnitzer in Pension und übergibt seine Ordination in jüngere Hände: Ab dieser Woche übernimmt Diabetes-Spezialist Martin Hofer.

Der 47-Jährige hat Gaar bereits einige Male vertreten und kennt viele seiner Patienten. Auch die Fachgebiete der Ärzte überschneiden sich. Gaar betreute als Nephrologe viele Diabetiker und Nierenkranke sowie Empfänger von Leber- und Nierentransplantationen. „Martin Hofer ist als Internist mit Zusatzfach Endokrinologie, Diabetologie und Nephrologie der ideale Nachfolger“, sagt Gaar, der in Türnitz auch als Kneipp-Obmann aktiv ist. Als Zusatzleistung bietet Hofer Ultraschall an.

„Es war für mich eine spannende internistische Zeit.“ Günter Gaar

Die drei Mitarbeiterinnen übernimmt Hofer ebenso wie die Öffnungszeiten. Zusätzlich hat er am Montagnachmittag geöffnet und überlegt auch weitere Nachmittagsdienste. Seinen Dienst auf der Internen Medizin des Uni-Klinikums und bei den Ärzten im Zentrum stellt er ein.

Hofer weiß, dass er in große Fußstapfen tritt. Gaar überlässt ihm tausende Patienten, die sich lange Jahre vertrauensvoll an den Türnitzer gewendet haben. Teilweise kamen sie sogar aus der Steiermark. Gaar selbst nahm jeden Ordinationstag ebenfalls die Strecke von Türnitz auf sich. Ein Umzug kam für ihn nie in Frage.

Seine praktische Ausbildung startete er 1977 im Krankenhaus St. Pölten. Bis 1994 war er dann noch als Oberarzt im Krankenhaus tätig, genauso wie sein Nachfolger. Von Josef Rostock übernahm er 1993 die Praxis. Er erinnert sich an seine Anfangszeiten: „Es gab keinen PC – Rezepte, Überweisungen wurden noch händisch geschrieben, außerdem hatte jeder Internist ein eigenes Labor.“

„Ein kompetenter Mediziner der Gemeinde tritt die wohlverdiente Pension an. Besonders lobenswert ist sein Engagement um die Türnitzer Kneipper“, so Bürgermeister Christian Leeb

Die größte Veränderung in den letzten Jahrzehnten ist ihm bei der Lebenserwartung seiner Patienten aufgefallen. Rüstige Patienten mit 90 seien keine Seltenheit mehr. „Es war für mich eine spannende internistische Zeit und ich konnte doch durch meine Erfahrung und Empfehlungen das Leben meiner Patienten positiv beeinflussen“, blickt er zurück. Jetzt wird er sich weiter mit der Medizin beschäftigen und sich vermehrt der Botanik, dem Wandern, Lesen und vor allem seiner Familie widmen.