Schimmelbrot für Pferde in Traisen. Frau mit Kind warf verdorbene Lebensmittel auf fremde Weide. Pferdebesitzerin weist auf Gefahren einer tödlichen Kolik hin: „Tiere sind kein Allgemeingut.“

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 26. November 2020 (03:26)
Dieses schimmelige Brot schmiss eine Frau auf eine Weide in Traisen. Das kann für Tiere lebensbedrohliche Folgen haben.
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„So etwas ist einfach gedankenlos und eine Unverschämtheit“: Eine Pferdehalterin ist verärgert.

Am Freitag wollte sie ihren Augen kaum trauen. Plötzlich näherte sich ein fremder, bronzefarbener Citroen ihrer Weide in Traisen. Eine Dame samt Kind stieg aus und entleerte Säcke mit Futter, ohne vorher zu fragen. „Ich bin sofort zu den Pferden gegangen. Die Frau samt Kind stieg daraufhin ins Auto und fuhr davon“, schildert die Pferdehalterin. Als sie das weggeworfene Gut näher betrachtete, wuchs ihr Groll. „Das war lauter tiefblaues, stark schimmeliges Brot. Einen Großteil hatten die Pferde bereits gefressen“, erzählt sie. Unerlaubtes Füttern könne aber mitunter für Pferde tödlich sein.

„Kolikoperation kostet mehrere tausend Euro“

„Die Tiere können eine lebensbedrohliche Kolik bekommen, die mitunter eine schwere Operation in einer Klinik erfordert. So etwas kostet mehrere tausend Euro“, gibt sie zu bedenken. Gut gemeint, sei eben nicht immer gut getan. Und einfach fremde Tiere, ohne zu fragen, zu füttern, sei nicht in Ordnung. Pferde könnten außerdem, beispielsweise wenn es sich um Mostäpfel handelt, eine ebenso lebensbedrohliche Schlundverstopfung bekommen, Rangordnungskämpfe durch Futterneid seien unter den Tieren eine mögliche Folge. „Außerdem fördert man so Betteln oder Beißen beim Pferd“, weiß die Pferdebesitzerin. „Alle unsere Tiere bekommen ausreichend Kraft- und Raufutter. Das Gras auf der Wiese stellt nicht, wie oft fälschlich angenommen, die einzige Futterquelle dar“, richtet sie auch im Namen anderer Tierhalter aus. Die Pferdehalterin appelliert an die Vernunft, nicht ohne Erlaubnis fremde Tiere zu füttern, weder Pferde, noch Kühe, Schafe, Ziegen oder sonstiges Getier. Tiere seien kein Allgemeingut. „Vielen wäre es wohl auch nicht recht, wenn man, ohne zu fragen, ihre Haustiere füttert“, meint die Tierhalterin. Sie will nun „Füttern verboten“-Schilder anbringen. Sollte so ein Vorfall wieder passieren, sieht sie sich gezwungen, Anzeigezuerstatten.