Irrtum mit Pickerl führte vor Gericht. Tochter manipulierte Plakette aus Unwissenheit, Vater musste sich deswegen verantworten, wurde aber freigesprochen.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 22. Januar 2019 (05:36)
Wodicka
Einem Polizisten fiel in Lilienfeld das manipulierte Pickerl auf. Ein Autofahrer landete wegen Urkundenfälschung vor Gericht.

Wegen Urkundenfälschung sitzt ein 69-jähriger Korneuburger vor dem Richter. Ihm wird vorgeworfen, das Pickerl seines Anhängers gefälscht zu haben.

Vor Gericht bekennt er sich nicht schuldig, betont aber: „Wenn ich ein Fahrzeug benütze, hätte ich darauf achten sollen, dass es auch ein aktuelles Pickerl hat.“ Manipuliert habe er das aufgeklebte Pickerl nicht, sondern seine Tochter allerdings in Unwissenheit. Diese sagt auch vor Gericht aus. Sie habe das Pickerl als 14-Jährige bei den Zulassungspapieren gefunden und die Mutter hatte ihr erlaubt, das Pickerl auf den Anhänger zu kleben. Weil aber schon 2015 war und das Pickerl zwar auf 2014 durchgestanzt, aber auch bei 2015 eine Stanzung zu sehen war, glaubte sie an einen Irrtum und legte die Stanzung hinter das Jahr 2014.

Im Vorjahr wurde das Auto schließlich in Lilienfeld angehalten und eine Fahrzeugkontrolle durchgeführt, dabei fiel dem Beamten die Manipulation am Pickerl auf — und außerdem, dass es schon lange abgelaufen war. So kam es zur Gerichtsverhandlung. Der Angeklagte wurde rechtskräftig freigesprochen.