Besuch in Lilienfelder Bezirks-Lokalen noch verhalten. Wenig Gäste-Andrang bei Martina Ebner, zufrieden ist Walter Halbwax.

Von Astrid Krizanic-Fallmann. Erstellt am 20. Mai 2020 (05:24)
Bei Wirtin Martina Ebner stellte sich unter den ersten Gästen am Samstag Stadtrat Christian Buxhofer mit Familienangehören zum Mittagessen ein. Foto: Krizanic-Fallmann
Krizanic-Fallmann

Emsiger Betrieb herrscht üblicherweise im Gasthaus von Martina Ebner in Lilienfeld. Fast leer waren jedoch letzten Samstag zur Mittagszeit Speisesaal und Garten. „Die Reservierungen halten sich in Grenzen“, sagt die Wirtin zur Nachfrage.

Seit 1994 bietet die Lilienfelderin Schmankerl aller Art im gemütlichen Ambiente. „Das vorige Jahr war mein wirtschaftlich bestes, weil das Geschäft nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter gut lief“, erzählt Martina Ebner.

Ebner: „Phase des Ausprobierens“

Die Sperrzeit in der Coronakrise hat sie mit Liefer- und Bestellservice überbrückt. Den Vorschriften zur Wiedereröffnung der Gastronomie wurde mit der Entfernung von Tischen draußen und drinnen, der Errichtung von Plexiglas-Abschirmungen bei der Schank oder Bereitstellung von Desinfektionsmitteln entsprochen. Die Servierkräfte tragen Gesichtsvisiere.

Als „Phase des Ausprobierens“ bewertet Martina Ebner die jetzige Situation für Lokale und Kunden. Das sieht ihr Kollege Walter Halbwax ähnlich. „Von Normalität sind wir weit entfernt“, betont der Kaumberger Kirchenwirt. Der Besuch der ersten Öffnungstage verlief für ihn zufriedenstellend, obwohl Übernachtungsgäste wie die Pilger auf der Via Sacra noch fehlen.

40 bis 50 Personen seien früher ebenfalls nach der Sonntagsmesse beim Kirchenwirten eingekehrt, weist Walter Halbwax auf einen weiteren Ausfall an Gästen hin. „Diszipliniert“ hätten sich die Leute indes beim Essen verhalten. Auch wenn Gruppen von Arbeitskollegen nun getrennte Tische haben müssen.

Schwerer einzuhalten seien die Regeln aber für klassische Wirtshausgeher und die jüngeren Besucher, die sonst an der Schank ihre Getränke konsumieren oder am Abend vorbeischauen, merkt Walter Halbwax an.

„Der Kinderspielplatz ist in der Nähe, wir haben Eis“

Dass ihnen die Stammgäste weiterhin die Treue halten, darauf setzen gleichfalls Alexandra Fahrngruber vom Lilienfelder Stüberl in der Bezirkshauptstadt und Franziska Nathaniel vom s’Wirtshaus in St. Veit , welche seit 15. Mai wieder aufgesperrt haben.

„Wir haben nun neu zusätzlich am Nachmittag offen“, berichtet Franziska Nathaniel über den Versuch, zum spontanen Besuch zu verlocken.

„Der Kinderspielplatz ist in der Nähe, wir haben Eis“, hofft die St. Veiterin auf Kurzentschlossene, da Terminvereinbarung in den Auflagen zur Lockerung der Covid-19-Maßnahmen nicht mehr zwingend vorgeschrieben ist und das Vereinsleben noch auf Eis liegt. Reduziert mussten die Sitzplätze von 110 auf 84 Personen im Innenbereich und von 36 auf 24 im Gastgarten werden.

Erst diesen Montag aufgemacht hat das Café Bistro in Hohenberg – mit einem neuen Konzept. „Es wurde der Gastgarten großzügig erweitert, künftig werden wir sieben Tage in der Woche geöffnet haben und uns schwerpunktmäßig auch auf den Rad- & Ausflugstourismus konzentrieren“, schildert Walter Labres. „Chefkoch Helmut Gurmann wird auch seine beliebten Grillspezialitäten im neuen Gastgarten anbieten“, ergänzt er.

Ein neu geschaffener Stiegenaufgang mit einem gemütlichen Hochtisch lädt zum Verweilen ein. Der Gastgarten wurde mit einem Lärchenboden ausgestattet und wird künftig auch für kleine Veranstaltungen und Grillabende benutzt. Die Tische wurden entsprechend den Corona-Regeln weiter auseinander gestellt und im Lokal wird ebenfalls auf den nötigen Abstand geachtet. Gastronom Walter Labres erklärt dazu: „Wir mussten auf die geänderte Marktsituation reagieren und hoffen, dass unser neues Konzept gut angenommen wird.“

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