Melker Tweedride: Die feine englische Fahrt. 2020 findet der Melker Tweedride zum siebten Mal statt – er ist der am längsten bestehende in ganz Österreich. Die Gründerin über das Radeln im „Brit Chic“ der 1920er-Jahre.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 12. Juli 2020 (04:23)
Berta Höller-Kienegger initiierte 2014 den ersten Melker Tweedride.
Herbert Ziehaus

Damit Berta Höller-Kienegger an diesem einen Tag perfekt gekleidet ist, durchforstet sie das ganze Jahr Kleiderständer über Kleiderständer. Wenn der Melker Tweedride ansteht, muss schließlich der feine Zwirn her. In diesem Fall handelt es sich dabei um Tweed, der für Schottland typische Wollstoff.

„Ich hab‘ mittlerweile eine größere Sakko-Sammlung als mein Mann“, lacht die Melkerin. Wer an einem Tweedride teilnehmen will, braucht nämlich zwei Dinge: ein Retro-Fahrrad und Retro-Kleidung – am besten aus den 1920er-Jahren und aus England.

Angetan von den ersten Tweedrides in Wien dachte sich Höller-Kienegger, dass so ein Event auch nach Melk müsse. „Ich fand die Idee so nett, gemütlich und schick gekleidet durch unsere Stadt zu fahren.“ Seit 2014 tut sie das auch – gemeinsam mit mittlerweile rund 70 Teilnehmer im „Brit Chic“.

Tweedride-Fans aus dem Ausland in Melk dabei

„Beim ersten Tweedride waren wir etwa 30 Leute. Da haben wir aber auch noch gar keine Werbung gemacht, das lief nur über Mundpropaganda“, erinnert sich die Initiatorin, die Mitglied der Radlobby Melk ist. Dieses Jahr findet der Tweedride (am Samstag, 12. September) zum siebten Mal statt. Damit ist er der am längsten bestehende in ganz Österreich. Mittlerweile kommen auch Biker aus dem Ausland: „Ein Paar aus Budapest war schon zweimal dabei.“

Wer übrigens denkt, dass „tweedradeln“ in und auf Vintage-Teilen ein teures Hobby ist, liegt laut der Initiatorin falsch. „Ich ergattere den Großteil meiner 20er-Jahre-Sachen auf Flohmärkten und im Melker Henry-Laden“, verrät sie. Eines dürfe beim perfekten Tweedride-Outfit aber ganz bestimmt nicht fehlen: „Männer brauchen eine Kappe und die Damen einen Hut!“