Autobahnlärm: „Auf Hasen wird mehr Rücksicht genommen“. In Neu-Pöchlarn klagen die Bewohner über den Autobahnlärm. Gemeinde beauftragt Asfinag mit neuer Messung.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 04. Juni 2020 (04:08)
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Auf der Terrasse sei es am schlimmsten. „Es gibt Tage, da denke ich mir, jetzt ist es wirklich nicht mehr lustig“, meint Manfred Steiner. Der ehemalige SP-Mandatar klagt über den Autobahnlärm der A1.

Dieser sei in Neu-Pöchlarn immer schon störend gewesen – aber seit dem dreispurigen Ausbau der A1 hat sich die Lage laut dem Pöchlarner verschlechtert. „Es wurde alles abgeholzt, ich kann mittlerweile von meinem Haus aus die Autos auf der Autobahn zählen“, vermisst er die schalldämpfende Wirkung der Bäume und Sträucher.

Mit der Meinung, dass es in Neu-Pöchlarn zu laut sei, ist Steiner nicht alleine. Er initiierte eine Unterschriftenliste, über 30 Neu-Pöchlarner haben unterschrieben. „Ich hab‘ wenigstens gute Fenster, die dichten ab. Für andere in der Siedlung kann es mitunter noch lauter sein“, erläutert er seine Beweggründe.

Steiner fordert darin bessere Lärmschutzmaßnahmen in diesem A1-Abschnitt. „Mich ärgert, dass es etwa in abgeschiedenen Teilen bei Wien Stellen gibt, die lärmgeschützter sind als Neu-Pöchlarn. Da wird ja auf Hasen mehr Rücksicht genommen“, kritisiert der Pöchlarner.

Das Ergebnis der ersten Messung: grenzwertig

Die Unterschriftenliste um die Sorgen der Neu-Pöchlarner wurde bei der jüngsten Gemeinderatssitzung behandelt. Wie VP-Bürgermeister Franz Heisler berichtete, gab es in dem betroffenen Stadtteil schon einmal Vor-Messungen. „Das Ergebnis ist zwar nur als Anhaltspunkt zu sehen, aber diese haben bereits gezeigt, dass die Lärmbelastung bei manchen Haushalten grenzwertig ist“, erklärte er.

Von Lärmbelästigung ist ab über 55 Dezibel am Tag und über 40 Dezibel in der Nacht zu sprechen. Steiner gab an, selbst schon nächtens gemessen zu haben. „Über 60 Dezibel hat es mir angezeigt. Es kommt natürlich aber immer auf die Witterung oder die Windrichtung an“, betont der Pöchlarner.

Der Gemeinderat beschloss, die Asfinag damit zu beauftragen, bei jedem Haus in Neu-Pöchlarn zu messen. „Diese Messungen sind kostenlos. Auf den Bericht, der folgt, müssen wir dann aber reagieren“, informierte der Bürgermeister.

Vonseiten der Asfinag verweist Pressesprecherin Alexandra Vucsina-Valla darauf, dass 2019 im Bereich Neu-Pöchlarn im Zuge von Nachmessungen im gesamten Baulos Matzleinsdorf-Pöchlarn Untersuchungen durchgeführt wurden. Den aktuellen Status gelte es noch mit den Fachabteilungen zu klären.