Erste Krätze-Fälle in Loosdorfer Schule. Kinder plagen sich mit der hoch ansteckenden Hautkrankheit herum. Skabies-Befall ist zwar unangenehm, aber nicht tödlich.

Von Tanja Horaczek-Gasnarek. Erstellt am 19. Februar 2019 (05:01)
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Von quälendem und nächtlichem Juckreiz bis hin zur eitrigen Wunde: die Krätzmilbe ist ein unangenehmer Zeitgenosse. Die Welle der Skabies (Krätze) erreichte die Marktgemeinde. „Ja, bei uns an der Schule gibt es einige Fälle“, bestätigt Volksschul-Direktorin Petra Matejschek. Sie und ihr Team haben beschlossen, Transparenz zu zeigen und die Eltern zu warnen. „Wir wollen, dass sie achtsam sind und ihre Kinder kontrollieren und frühzeitig behandeln lassen“, erklärt Matejschek. Von Panikmache hält sie nichts. Aber es soll ernst genommen werden. Auch in zwei Kindergärten haben sich die Parasiten ausgebreitet.

Amtsarzt Gerhard Höbarth ist kein Freund der Hysterie im Fall der „Skabies-Ausbreitung“. „Die Krätze gab es – wie Läuse – schon immer. Nur ist sie jetzt in aller Munde“, berichtet er. „Ein Befall ist zwar lästig, jedoch nicht tödlich. Eine Masernansteckung für nicht geimpfte Kinder, jedoch schon“, spricht der Mediziner die verheerenden Fälle in Österreich an. Er rät Betroffenen, einen Dermatologen aufzusuchen, Cremes zu verwenden und wirklich alles bei 60 Grad zu waschen.

„Selbst die gepflegtesten Menschen bleiben von den wasserresistenten Milben nicht verschont.“Gerhard Höbarth, Amtsarzt Melk

„Ganz wichtig ist, dass die gesamte Familie behandelt wird, aber das ist vielen zu umständlich“, weiß er aus Erfahrung. Schwierig ist zu sagen, wann sich der Patient angesteckt hat. Denn die Inkubationszeit beträgt bis zu sechs Wochen. „Wer weiß noch, mit wem er nach der langen Zeit Kontakt hatte?“, fragt sich Höbarth. Durch kurzes Händeschütteln wird die Milbe nicht übertragen. Meist durch Kuscheln, Schlafen in einem Bett oder beim Geschlechtsverkehr.

Mittel in Apotheke vorrätig 

Am schnellsten verbreitet sie sich dort, wo Menschen nahe zusammenrücken: in Kindergärten, Schulen, Sammelunterkünften, Gefängnissen und Obdachlosenheimen. Ein Irrglaube ist, dass schlechte Hygiene zur Krätze führt. Die Parasiten sind – wie Läuse – resistent gegen Wasser. „Daher bleiben auch die gepflegtesten Menschen davon nicht verschont“, mein Höbarth. Die Milbe gräbt bis zu zweieinhalb Zentimeter lange Gänge, in denen sie Eier ablegt. Eine geschlüpfte Milbe reicht für eine Infektion aus. Der Amtsarzt sowie die Direktorin raten daher: „Wenn die Kinder nachts übermäßig viel kratzen oder Bläschen haben, sollte ein Hautarzt konsultiert werden.“

Kathrin Stich, Besitzerin der Apotheke in Loosdorf : „Wir haben die entsprechenden Mittel vorrätig und beraten betroffene und besorgte Eltern gerne.“