Kilber Pächtersuche: Klares Ziel Transparenz. Kilb schrieb Gründe zur Pacht aus. Nachvollziehbarkeit als oberstes Gebot.

Von Michael Bouda. Erstellt am 27. September 2020 (06:02)
VP-Ortschef Manfred Roitner verteidigt die Vorgehensweise.
Gleiß

Weitergegebene Insiderinformationen, Absprachen wie beim Buwog-Skandal: So lauten die Vorwürfe in einem anonymen Schreiben zu den Pachtverträgen, die der Kilber Gemeinderat kürzlich abgesegnet hat.

Worum ging es? Vor knapp einem Jahr erwarb die Gemeinde Kilb rund 32 Hektar Land (die NÖN hatte berichtet). Ein Teil davon – etwa 26 Hektar – sollten wieder an Landwirte verpachtet werden. Dabei handelte es sich um fünf Ackerflächen und eine Wiese zwischen dreieinhalb und knapp acht Hektar.

Die Gemeinde entschied sich für ein Ausschreibungsverfahren. „Sonst wäre es schwierig gewesen zu entscheiden, wer was bekommt“, erläutert Kilbs VP-Bürgermeister Manfred Roitner. Ein Interessent konnte dabei maximal für zwei Flächen ein Pachtrecht erwerben.

„Wir haben es so transparent gemacht wie möglich, alle Parteien waren bei beiden Runden dabei.“Mandred Roitner, VP-Ortschef, Kilb

Im Rahmen des Prozederes gab es zwei Runden. Zuerst konnten Interessenten mittels eines Angebotsformulars ein Angebot abgeben. Die Kuverts wurden in der Folge mit Vertretern aller im Gemeinderat vertretenen Parteien geöffnet, ehe es in die zweite Runde ging.

Dabei wurde allen Bietenden mitgeteilt, ob sie Bestbietende für eines der Grundstücke waren oder nicht – ohne Preise zu nennen. Letztendlich sind es vier Pächter, auf die die sechs Grundstücke aufgeteilt sind – bisher waren es drei.

Dass es im Ausschreibungsverfahren zu Unregelmäßigkeiten oder gar einem Skandal gekommen sein soll, dementiert Kilbs VP-Bürgermeister Manfred Roitner entschieden: „Wir haben es so transparent gemacht wie möglich, alle Parteien waren bei beiden Runden dabei.“ In der zweiten Runde hätte es außerdem nur noch einzelne Nachbesserungen gegeben, wodurch sich nur bei einem Feldstück noch etwas geändert hätte.

Dass alles nach bestem Wissen und Gewissen abgelaufen sei, betont auch Christian Witek, geschäftsführender Gemeinderat der zweitstärksten Fraktion, der Sozialdemokraten: „Die Art und Weise der Ausschreibung war vom Gemeinderat beschlossen. Dass in irgendeiner Form Informationen illegalerweise weitergegeben wurden, schließe ich aus.“