Schwarzbau bei Feuerwehr Spielberg-Pielach

Stadtchef Strobl fordert Spielberger Feuerwehr und Dorferneuerung zur Stellungnahme auf.

Erstellt am 13. Oktober 2021 | 05:28
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Im Sommer 2018 wurde der multifunktionale überdachte Veranstaltungsbereich feierlich eröffnet. Erst danach folgten Zubauten, für die es derzeit keine Genehmigung gibt.
Foto: Archiv NÖN/ Gleiß

Es wirkt kurios und schlägt derzeit hohe Wellen: Dem Dorferneuerungsverein Spielberg-Pielach und der Feuerwehr Spielberg wird im Rahmen von Umbauarbeiten beim Gemeinschaftshaus vonseiten der Stadtgemeinde der Vorwurf eines Schwarzbaus entgegengebracht.

Zur Vorgeschichte: Im Juni 2018 eröffnete die Dorfgemeinschaft gemeinsam mit der Feuerwehr einen rund 260 m² großen überdachten Veranstaltungsbereich an der Rückseite des Feuerwehrhauses. Dort ist auch ein mobiler Hochwasserobjektschutz des Feuerwehrhauses integriert. Zahlreiche Freiwillige halfen dabei mehr als 1.000 Stunden, die Kosten waren dank des Arbeitseinsatzes marginal. Nach der Fertigstellung ließ der Dorferneuerungsverein nachträglich Sek tionaltore sowie ein Flugdach montieren – alles ohne baubehördliche Bewilligung.

„Schwarzbau“ betrifft Veranstaltungsbereich

Mitte September flatterte FF-Kommandant Friedrich Ellmer ein Schreiben von ÖVP-Bürgermeister Patrick Strobl in den Postkasten. Der Inhalt: Der Stadtchef ersuche um Stellungnahme rund um den „Schwarzbau“ beim multifunktionalen überdachten Veranstaltungsbereich. Die Stellungnahme sollte bis zur kommenden Stadtratssitzung vorliegen, da dort die Thematik behandelt wird. Neben mehreren Fragen machte Strobl darin aber auch seinem Unmut Luft. „Anmerken möchte ich meine Enttäuschung über die Vorgehensweise und die Problematik, die dadurch entstanden ist. Ich möchte auch nicht ausschließen, dass die Stadtgemeinde Melk die Kameraden über den Werdegang und die daraus resultierenden Folgen informieren möchte“, meinte Strobl in einem Schreiben, welches der NÖN vorliegt.

Knapp vor der Stadtratssitzung folgte die Antwort der Feuerwehr. Darin wird betont, dass das Projekt für die Feuerwehr immens wichtig sei und außer Arbeitsleistung der Feuerwehr nichts gekostet hat. Ellmer betont im Schreiben aber auch: „Sollte ich hier einen Schwarzbau unterstützt haben, muss ich meine Position als Kommandant überdenken.“

Angesprochen auf den „Schwarzbau“ verweist Ellmer direkt an Vereinsobmann Markus Ledl: „Bauführer ist die Dorferneuerung, Mitglieder der Feuerwehr haben dabei nur unterstützt. Auf die Feuerwehr hat das keine Auswirkungen.“

Und Ledl? Der sieht überhaupt „kein Problem“ und er versucht gegenüber der NÖN, die Causa herunterzuspielen „Die Baubehörde hat uns auf den Fall aufmerksam gemacht. Manche Teile haben wir nicht bewilligt. Es gibt jetzt ein Bewilligungsverfahren. Das ist alles kein Problem“, ist sich Ledl sicher.

Wie es in der Causa weitergeht, ist derzeit allerdings noch offen. Vonseiten der Stadtgemeinde will man den Sachverhalt derzeit nicht kommentieren. „Es handelt sich hierbei um ein laufendes Verfahren, wozu wir keine Stellungnahme abgeben dürfen“, sagt ÖVP-Vizebürgermeister Wolfgang Kaufmann.