AMS-Aktion - Florian Knoll: „Ich will einfach arbeiten“. Menschen mit Behinderungen finden schwer in die Arbeitswelt hinein. Jetzt soll geholfen werden.

Von Tanja Horaczek-Gasnarek und Friedrich Reiner. Erstellt am 24. April 2019 (09:27)
Reiner
Wiedereinstieg ins Berufsleben mithilfe einiger Organisationen: Josef Mayer (AMS Melk, Bürgermeisterin Margit Straßhofer, Florian Knoll und Regina Wilhelm von der Caritas (v. l.).

Der 24-jährige Florian Knoll hatte es nicht leicht in seinem jungen Leben. Schon von klein auf hatte er mit seiner verzögerten Entwicklung zu kämpfen. Jetzt, durch die neue Aktion des Arbeitsmarkt- services (AMS), die Menschen mit Behinderungen den Wiedereinstieg ins Erwerbsleben ermöglicht, hat auch er einen Job gefunden.

„Wir haben rund vier Jahre gesucht“, berichtet seine Mutter. Dabei war der Wunsch des Pöggstallers bescheiden: Er wollte einfach arbeiten. Nach der Sonderschule war Knoll für die Caritas in Pöchlarn tätig. „Dort arbeitete ich in der Recycling-Abteilung“, erzählt er über die Anfänge. Doch der motivierte junge Mann wollte mehr. Denn motorisch ist er voll da. Und diese Fähigkeiten darf er jetzt auch ausleben. Ihm kam dabei die Initiative des Arbeitsmarktservices zugute, bei der Personen mit Behinderungen verstärkt in das Berufsleben wieder integriert werden.

„Wir setzen heuer einen Schwerpunkt, um diese Personen beim beruflichen Wiedereinstieg noch besser zu unterstützen“, betont der Geschäftsstellenleiter des AMS Melk, Josef Mayer. Das Arbeitsmarktservice hat sich zum Ziel gesetzt, für 108 Menschen mit Behinderungen Arbeitsaufnahmen finanziell zu unterstützen. Die Aktion trägt bereits Früchte: Denn im ersten Quartal dieses Jahres ist bereits vierzehn behinderten Personen, mit AMS-Unterstützung ein nachhaltiger Einstieg in den Arbeitsmarkt gelungen. Neben der finanziellen Unterstützung arbeitet das Arbeitsmarktservice eng mit Arbeitsassistenten aus dem NEBA-Netzwerk des Sozialministeriumservices zusammen, um eine nachhaltige Integration im Betrieb und am konkreten Arbeitsplatz zu gewährleisten.

Bei Knoll waren die guten Engel Claudia Lecaks vom AMS Melk und Regina Wilhelm, die Arbeitsassistentin der Caritas. „Ohne diese Zwei wäre mein Florian nicht da, wo er ist“, ist seine Mutter dankbar. Wilhelm setzte sich mit VP-Bürgermeisterin Margit Straßhofer zusammen und berichtete ihr über sein Schicksal. Straßhofer war offen gegenüber der Idee, einem Menschen aus ihrer Region zu helfen. Nach Gesprächen mit ihren Gemeinderäten und den Mitarbeitern des Bauhofes, durfte Knoll ein dreimonatiges Praktikum im Bauhof absolvieren. ,,Er war von der ersten Minute an voll motiviert und legte sich richtig ins Zeug“, freut sich die Bürgermeisterin. Und Florian? Der ist einfach nut glücklich, weil er auch selbstständig zur Arbeit fahren kann – mit dem Rad oder dem Bus. Und sein Dienstverhältnis wurde in unbefristet umgewandelt.

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