Besinnlichkeit im Lockdown

Pfarren und Prominente im Bezirk Melk versuchen, Weihnachtszeit trotz viertem Lockdown besinnlich zu gestalten.

Erstellt am 01. Dezember 2021 | 04:51
Lesezeit: 3 Min
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Advent, Advent, das erste Lichtlein brennt – auch Zuhause beim „singenden Landwirt“ Thomas Stöckl aus Krummnußbaum und seiner Birgit. Seit seiner Teilnahme bei „Bauer sucht Frau“ im Vorjahr sind die beiden ein Paar.
Foto: privat

Der Lockdown macht vielen vorweihnachtlichen Traditionen einen Strich durch die Rechnung. Sei es das Einkaufen von Geschenken oder der Glühwein am Christkindlmarkt – die Weihnachtszeit gestaltet sich der Pandemie entsprechend. So auch in den Pfarren.

Christian Schüller von der Pfarre Maria Taferl schildert, dass alle Messen wie geplant stattfinden können, jedoch muss ein Mindestabstand von zwei Metern gegeben sein, eine FFP2-Maske getragen werden und es können nur 80 Personen gleichzeitig eine Messe besuchen. „Es wird ein Willkommensdienst anwesend sein, der die Leute zählt“, beschreibt er die Vorkehrungen seitens der Pfarre. Für alle jene, die in der Kirche keinen Platz mehr finden, wird die Messe auch am Platz im Freien übertragen, wo es außerdem auch eine Kommunion geben wird. „Das hat auch während der vergangenen Lockdowns gut funktioniert“, meint er.

„Gottesdienste besinnlich zu gestalten, ist ein Grundanliegen, unabhängig von Jahreszeit oder Lockdown.“ Pater Alois Köberl Stift Melk

Auch im Stift Melk finden die Gottesdienste während des Lockdowns statt, wenn sich Personen krank fühlen, wird aber gebeten, das Angebot der Hauskirche in Anspruch zu nehmen. Die Besinnlichkeit geht trotz der Vorkehrungen aber nicht verloren, erklärt Pater Alois Köberl: „Gottesdienste besinnlich zu gestalten, ist ein Grundanliegen, unabhängig von Jahreszeit oder Lockdown.“ Obwohl die Messen kürzer gestaltet werden, wird auf die Festlichkeit nicht verzichtet. Mit Instrumentalmusik und Solisten wird dazu beigetragen. Die Pfarre setzte außerdem Angebote und Akzente für verschiedene Zielgruppen, wie etwa ein Stationenweg zum Heiligen Nikolaus. Auch adventliche Haltestellen werden in der Pfarrkirche gestaltet und jede Woche gibt es eine fortlaufende Adventkranzgeschichte. „Diese Angebote bieten eine Möglichkeit, den Advent mit allen Sinnen auch in Zeiten des Lockdowns zu erleben“, weiß Pater Alois Köberl.

Dass es trotz der Einschränkungen zu einer besinnlichen Vorweihnachtszeit kommen kann, weiß auch Sänger und ehemaliger „Bauer sucht Frau“-Kandidat Thomas Stöckl. „Bei uns ändert der Lockdown nicht viel. Ich werde trotz Beschränkungen eine ruhige Weihnachtszeit mit meiner Familie zusammen verbringen“, erzählt er. Stöckl gesteht, dass ihm die Adventmärkte zwar schon etwas abgehen, aber die habe es ja auch im Vorjahr nicht gegeben. Er hofft daher umso mehr, dass sie im nächsten Jahr wieder zustande kommen. Traditionen wie das gemeinsame Beten an Adventsonntagen bleiben in seiner Familie bestehen. „Die Bräuche und die gemeinsame Zeit mit meiner Familie sind mir besonders wichtig“, erklärt er. Für die kommende Zeit wünscht er sich vor allem, dass sich die Menschen auf die Weihnachtszeit konzentrieren. „Ich hoffe, dass wir Corona einmal ausblenden können“, sagt Stöckl.

Für Bauernbund-Präsidenten und ÖVP-Nationalratsabgeordneten Georg Strasser steht auch die Familie in der Weihnachtszeit im Vordergrund. „Ich werde vermehrt im Home Office arbeiten, weshalb ich in den Randzeiten in meiner Landwirtschaft mitarbeiten und die Freiräume für meine Familie nutzen kann“, berichtet er. Besonders fehlen werde ihm als Politiker das Zusammenkommen mit Menschen aus dem Bezirk – jedoch ist er froh, dass er die Sonntagsgottesdienste, auch während der Pandemie, besuchen kann. Strasser hofft nur, dass „der Lockdown noch vor Weihnachten beendet wird“.

Alois Schroll, SPÖ-Nationalratsabgeordneter, ist derzeit noch nicht in Weihnachtsstimmung: „Das wird noch ein bisschen dauern.“ In der Adventzeit warten einige Videokonferenzen auf ihn. Die Adventmärke gehen auch ihm etwas ab, das Wichtigste sei aber die Gesundheit der Menschen, weiß er. Für die Vorweihnachtszeit wünscht sich der Ybbser vor allem eines: „Dass die Leute zusammenhalten und alle Kräfte bündeln, um das Personal in den Krankenhäusern zu entlasten.“

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