Bewusster Reisen mit E-Autos. Aufladen statt Tanken: E-Autos sind auch im Bezirk angekommen. Die Zahl der Anmeldungen steigt weiter an.

Von Tanja Horaczek-Gasnarek. Erstellt am 16. Juli 2019 (04:23)
Tanja Horaczek-Gasnarek
Die E-Autos liegen im Trend. Auch Wolfgang Heindl, Obmann der Loosdorfer Wirtschaft und McDonald’s Betreiber, ist auf die ökologische Schiene aufgesprungen.

Die Verbreitung von elektronisch betriebenen Fahrzeugen nimmt zu. Waren Ende 2018 noch 276 E-Autos im Bezirk Melk auf den Straßen unterwegs, sind innerhalb von sechs Monaten 40 Neuanmeldungen hinzugekommen (316 E-Autos, Stand: Juni 2019).

Die meisten Neuzulassungen im Bezirk hatte die Gemeinde Schollach. Mit knapp zwölf Prozent heimste die Gemeinde mit VP-Bürgermeister Walter Handl den „e-Mobilitätspreis“ ein. „Warum genau wir es auf den ersten Platz geschafft haben, wissen wir nicht“, schmunzelt Handl. Alle waren über diese Auszeichnung überrascht und erfreut zugleich. In Schollach befindet sich nur eine E-Tankstelle. „Diese ist beim Feuerwehrhaus in Anzendorf. Weitere sind aufgrund des Preises angedacht“, berichtet der Ortschef.

Alles was der moderne Fahrzeugbesitzer von heute braucht, ist eine elektronische Tankstelle zuhause oder etwas Zeit bei einer öffentlichen Ladestation.

Eckl: "Zukunft in wasserstoffbetriebenen Autos“

Autohaus-Besitzer Franz Eckl sieht in der Anschaffung eines Elektro-Autos zwar einen wichtigen ökologischen Trend, jedoch keinen langfristigen. „Ich sehe die Zukunft in wasserstoffbetriebenen Autos“, ist Eckl der Meinung. Die Nachfrage in seinen Autohäusern in Würnsdorf und Bergland hält sich in Grenzen. „Im ländlichen Bereich ist die Infrastruktur noch nicht für solche Fahrzeuge ausgebaut – und wer hat schon Zeit, sich länger an öffentlichen Tankstellen anzustellen?“, fragt er sich. Die Idee findet er grundsätzlich gut. Doch ob sich der Trend hält, wird sich laut Eckl erst in ein paar Jahren zeigen. Immerhin stehen noch viele Fragen im Raum. „Der Akku ist immer noch ein Thema. Die Brandgefahr und die Entsorgung lassen aufhorchen“, weiß der Obmann der Melker Wirtschaftskammer.

Walter Eigenthaler betreibt Autohäuser in Pöchlarn und Texing. Er hat mit E-Autos noch keine Erfahrungen gesammelt. „Wir haben ein paar Hybrid-Modelle. Mit den reinen elektronischen Fahrzeugen starten wir ab Herbst“, erklärt Eigenthaler. Grundsätzlich findet auch er die neue Generation von Autos positiv. „Jedoch stellt die Reichweite für viele noch ein Hindernis da“, gibt Eigenthaler zu bedenken. Schließlich schränken maximale Strecken von 100 Kilometern den Besitzer erheblich ein. Neuere Akkus schaffen mittlerweile eine Reichweite von über 500 Kilometern. „Ein 100-prozentiger Ersatz für normale Autos wird es wahrscheinlich nicht werden“, räumt der Geschäftsmann ein.

Eine gute Planung ist bei Reisen wichtig

Total zufrieden mit seinen Elektro-Fahrzeugen ist Wolfgang Heindl, Obmann der Loosdorfer Wirtschaft. „Ich habe direkt bei meiner Firma eine öffentliche Tankstelle, daher machte der Umstieg Sinn für mich und meine Frau“, erklärt Heindl. Die Planung der Fahrtstrecken ist jetzt eine andere als vorher.

„Wir reisen jetzt viel bewusster. Die Tankstellen werden uns über eine App angezeigt. Und so können wir Zwischenstopps gut einplanen“, berichtet er von seinen Erfahrungen. Weiters findet Heindl, dass er jetzt viel ökonomischer fährt. „Automatisch geht der Blick auf den Verbrauch und somit geht man vom Gas, denn immerhin will man seine Reichweite verlängern“, schmunzelt er. Und wenn die Familie doch weiter wegfährt, hat sie eine zusätzliche umweltschonende Alternative gefunden. „Dann fahren wir mit dem Zug. Jeder von uns hat ein Jahresticket. Wir sind für alles gerüstet“, betont Heindl.

Auch Manuela Markus und Andreas Buchinger sind Besitzer eines E-Autos. Das Paar pendelt zwischen Loosdorf und Altlengbach. Die Vorteile haben sie dazu bewogen, sich ein Elektro-Fahrzeug zu kaufen. „Die Erhaltungskosten sind relativ niedrig, da ich eine eigene Photovoltaikanlage habe. Die Ladekosten sind daher gering“, erklärt Buchinger. Auch die Servicekosten halten sich in Grenzen: Es muss kein Öl gewechselt werden. Einziges Manko ist die Reichweite. „Wir haben ein älteres Modell. Daher sind Pausen ein notwendiges Übel“, geben die beiden zu.

Umfrage beendet

  • Gehört den E-Autos die Zukunft?