Campingplatz & Wachauarena: Startschuss für Busgebühren. Melker Gemeinderat beschloss Kostenmodell für Parkplätze. Auch in Emmersdorf und in Schönbühel-Aggsbach soll Tarif folgen.

Von Markus Glück, Denise Schweiger und Tanja Horaczek-Gasnarek. Erstellt am 22. Mai 2019 (03:24)
Glück

In seiner vergangenen Gemeinderatssitzung stimmte der Melker Gemeinderat der neuen Tarifordnung für Bus-Parkgebühren im Bereich Campingplatz und Wachauarena ab. Damit ist die Bezirkshauptstadt nach Krems und Dürnstein die dritte Stadt in der Wachau, die Gebühren einhebt.

NOEN
Schönbühel-Aggsbachs Ortschef Erich Ringseis sieht wenig Bezug zu seiner Gemeinde.

In Melk war der Schritt notwendig, um die sanierungsbedürftige Behelfsbrücke über den Donaualtarm zu finanzieren. Dem neuen Finanzierungsmodell samt Busparkgebühren gab die zuständige Abteilung des Landes nun grünes Licht. Die Einhebung der Busgebühren und die damit einhergehende Installierung mehrere Busparkplätze sowie die Verlagerung des Campingplatzes hat auch Auswirkungen für das langersehnte Projekt Schifffahrtszentrum sowie die Schifffahrtsbetreiber DDSG und Brandner Schifffahrt.

Die Parkgebührenverordnung gilt ab 1. Juni. Ab diesem Zeitpunkt ist für die Abstellzeit bis zu zwei Stunden 20 Euro, danach 40 Euro zu bezahlen. Die Strafgebühr ist mit 200 Euro festgelegt. Insgesamt sind sieben Busparkplätze beim Fährhaus sowie weitere bis zum Agencie-Gebäude vorgesehen. Bei der Wachauarena werden, anders als ursprünglich geplant, drei Schrägparkplätze für Busse zur Verfügung stehen. Dem Vorschlag einiger Schiffsbetreiber, im Bereich des Fährhauses auch für Pkw Gebühren zu verlangen, erteilte die Stadtgemeinde eine Absage. Darüber erfreut zeigt sich SP-Stadtrat Jürgen Eder: „Für Pkw muss das Parken in diesem Bereich kostenlos bleiben. Ich sehe sonst die Gefahr eine Einführung von Parkgebühren auch bei der Wachauarena durch die Hintertür.“

„Für Pkw muss das Parken dort kostenlos bleiben. Ich sehe sonst die Gefahr von Parkgebühren durch die Hintertür.“Jürgen Eder, SP-Stadtrat

Stadt Melk/ Gleiß
Melks VP-Vize Wolfgang Kaufmann informiert über die zukünftige Regelung.

Sowohl bei der Wachauarena als auch beim Fährhaus installiert die Stadtgemeinde Parkautomaten. „Für die Kontrolle stellen wir über die AMS-Aktion 50+ zwei Mitarbeiter an. Wir überlegen auch Pensionisten und Ferialpraktikanten zur Kontrolle hinzuzuziehen“, erklärt VP-Vizebürgermeister Wolfgang Kaufmann.

Mit dem Inkrafttreten der Verordnung geht ein generelles Bus-Parkverbot im gesamten Gemeindegebiet samt der Umfahrungsstraße B1, mit Ausnahme des Melker Bahnhofs, einher. Um einen Verdrängungswettbewerb innerhalb der Wachau entgegenzutreten, sucht Kaufmann auch das Gespräch mit den Wachau-Gemeinden Emmersdorf und Schönbühel: „Dort wird man nachziehen müssen, sonst drohen zahlreiche Busse.“

Gleiß
SP-Stadtrat Jürgen Eders Credo: Parken für Pkw muss kostenlos bleiben.

In Schönbühel-Aggsbach lässt VP-Bürgermeister Erich Ringseis die Sachlage aktuell juristisch klären. „Uns betreffen die Gebühren weniger, da nur welche eingehoben werden können, wenn die Busse auf einem öffentlichen Parkplatz stehen. Daher ist die Sache bei uns noch in weiter Ferne,“ meint Ringseis. Er sieht aber ein, dass in den touristischen Hotspots wie Dürnstein und Melk rasch etwas passieren muss: „Die Touristen nehmen an manchen Tagen einfach überhand.“

VP-Tourismusgemeinderat Georg Ertl gab auf NÖN-Anfrage an, noch nichts Konkretes über Busgebühren in Emmersdorf gehört zu haben. Sinn würden sie für ihn auch nur auf dem Weg in Richtung Sport- und Campingplatz machen. „Die Straße wurde erst asphaltiert. Von dort aus holen die Busse die Leute vom Schiff zu den verschiedensten Destinationen – dort könnte ich mir eine Gebührenpflicht fürs Parken vorstellen“, argumentiert er. Auf öffentlichen Stellflächen der Gemeinde – wie etwa beim Georg-Prunner-Platz oder vor den Hotels der Gemeinde, – sieht Ertl keinen Bedarf an zusätzlichen Gebührenerhebungen.