Bezirk Melk: Das große Aufräumen nach der Flut. Das Unwetter ist vorbei, die Situation an den Bächen, Flüssen und der Donau entspannt sich. In diesen Stunden wird das volle Ausmaß der Katastrophe im Bezirk Melk sichtbar.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 19. Juli 2021 (10:20)

Anstrengende Stunden liegen hinter den Einsatzkräften und der Bevölkerung im Bezirk Melk. Am vergangenen Sonntag sorgten Starkregenereignisse für zahlreiche Überflutungen, Verklausungen und Vermurungen. Besonders die Gemeinden St. Leonhard, Ruprechtshofen und Schönbühel-Aggsbach waren von den Folgen des Unwetters betroffen (die NÖN berichtete). Nach der Flut heißt es jetzt gemeinsam Anpacken: Die Aufträumarbeiten sind voll im Laufen.

Unterführung geflutet, Tiere evakuiert

"Die Lage im Bezirk hat sich glücklicherweise beruhigt. Der Wetterbericht hat sich bewahrheitet: Über die Nacht blieb es zum Großteil trocken", sagt Günter Annerl vonseiten des Bezirksführerstabes. Die zwei Großpumpen, die seit gestern zur Eindämmung der Katastrophe im Bezirk im Einsatz sind, befinden sich aktuell in Blindenmarkt und in Erlauf.

"In Blindenmarkt wurde die Unterführung entlang der B1 geflutet, in Erlauf wird mit der Großpumpe ein landwirtschaftlicher Betrieb von den Wassermassen befreit. Dort wurden zuvor hunderte Ziegen und Schafen evakuiert", gibt Annerl Einblick.

"Aus Bächlein wurde reißender Fluss"

In den heutigen Morgenstunden erreichte die Verstärkung aus den Feuerwehren Lilienfelds den Bezirk. "Diese sind im Schönbühel-Aggsbach im Einsatz. Dort sieht's wirklich schlimm aus", betont Annerl. Die Landstraße von Mauer nach Aggsbach-Dorf wurde gestern Abend vier Mal unterschwemmt. "Der örtliche Bach stieg bis zu zweieinhalb Meter über sein 'normales' Niveau. Aus dem Bächlein wurde ein reißender Fluss", informiert der Pöchlarner Floriani. Holzhütten wurden weggerissen, Fahrzeuge zerstört, die Wassermassen zogen eine Spur der Verwüstung durch Schönbühel-Aggsbach.

Keine Gefahr im Bereich der Donau

Da es heute im Bezirk Melk nur zu vereinzelten Regenfällen kommen soll, gibt Annerl Entwarnung: "Das Schlimmste liegt hinter uns. Glücklicherweise ist die Donau nur im Zentimeterbereich gestiegen." Hunderte Einsatzkräfte sind nun dabei, den Bezirk von Unrat, Wasser und Schlamm zu befreien - auch die Melker Pioniere sind vor Ort im Einsatz.