Die Wölfe streifen durchs Waldviertel. Die Rückkehr des Wolfes erfreut nicht alle. Und Elch-Sichtungen gibt es auch vermehrt wieder.

Von Tanja Horaczek-Gasnarek. Erstellt am 19. Februar 2019 (04:45)
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Wer braucht schon Urlaub in Skandinavien, wenn der Elch jetzt auch bei uns herumstolziert. Und die majestätischen Tiere gibt es nicht nur in Gmünd, sondern auch im Bezirk.

Bezirksjägermeister Bernhard Egger berichtet über Elch-Sichtungen im Südlichen Waldviertel und auch in Loosdorf: „Vor rund 30 Jahren ist eine Elchkuh in Richtung Schallaburg von einem Auto erfasst worden. Eine weitere bei Neuwinden und der dritte Unfall ereignete sich in Persenbeug.“ Die Tiere sind ortstreu und wandern auf 1.000 Jahre alten Pfaden. Doch aufgrund der Verbauungen der letzten Jahrhunderte verirren sie sich auch in unsere Breiten. Eine Wildkamera in Pöggstall lieferte 2012 einen weiteren Beweis für die Existenz der Hirschart bei uns. Auch in Münichreith wurde eine Kuh mit Kalb gesichtet.

„Der Wolf macht uns zu schaffen. Das Wild flieht vor ihm und es sucht sich andere Futterquellen.“Bernhard Egger, Bezirksjägermeister

Über einen Heimkehrer freuen sich Jäger und Anrainer weniger: „Meister Isegrim“. Ein Neuling ist er zwar nicht, aber er war schon lange nicht mehr so stark vertreten. Augenzeugen berichten im Oktober des Vorjahres über Sichtungen in Münichreith-Laimbach. „Gemütlich überquerte ein Tier frühmorgens die Straße“, berichtet Egger. Letztendlich überführten DNA-Spuren den Vierbeiner als Jäger in dem Waldgebiet. „Die Verbreitung des Wolfs macht uns zu schaffen“, seufzt Egger.

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„Meister Isegrim“ beschäftigt Jäger und Förster. Wildkamera-Aufnahmen aus dem Vorjahr zeigen Wölfe in Heiligenblut und Eitental.

Aber nicht, weil es ab und zu Risse gibt, sondern weil er das Rotwild aus seinem Gebiet verdrängt. „Wir haben enorme Schälschäden. Das Wild fühlt sich gestört und flieht von seinen Fütterungsplätzen“, erklärt der Bezirksjägermeister. Es sucht sich andere Nahrungsquellen und beginnt die Bäume zu schälen. „Dadurch entsteht ein volkswirtschaftlicher Schaden in mehrstelliger Höhe. Wenn wir alle kaputten Bäume fällen, haben wir einen Kahlschlag“, befürchtet Egger. Die genaue Anzahl der Wölfe im Bezirk kann er nicht sagen. Er geht davon aus, dass mehrere Rudel von bis zu fünf Wölfen durch die Wälder im Bezirk streifen. Und es werden definitiv mehr. Weitere Wiederkehrer sind Waschbär, Luchs und Seeadler.

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