Drogen-Pärchen ergaunerte Geld via Paysafecard-PINs. Drogenabhängiges Pärchen spähte Paysafecard-PINs aus und sackte Geld ein. Vor Gericht setzte es Strafen.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 01. April 2019 (05:55)
lisyl/Shutterstock.com
Symbolbild

Um Sucht zu finanzieren, erschlich sich ein Pärchen (38, 44) aus dem Bezirk Bares. PINs von Paysafecards spähte das Duo aus und löste diese dann ein. Betrügerischer Datenverarbeitungsmissbrauch wird nun vorgeworfen in einem Prozess am Landesgericht.

Auf Tankstellen in der Bezirkshauptstadt Melk, Ybbs und St. Pölten schlugen die Angeklagten zu. „Ein Drogendealer hat uns auf die Idee gebracht“, erzählt die 38-Jährige im Prozess. Und erklärt, wie es funktioniert hat:

Die Paysafecards kaufen zu wollen, täuschten die beiden nur vor, fotografierten heimlich PINs und teilten den Kassierinnen dann mit, es sich anders überlegt zu haben. Mit den PINs wurden die Karten aktiviert, das Geld dann abzuheben, war ein Leichtes. Es klappte neun Mal. Knapp 700 Euro beträgt der Schaden, für den die Tankstellenbetreiber aufkommen mussten.

Stationäre Therapie statt Gefängnis

Dem 44-Jährigen wird auch Veruntreuung vorgeworfen, als Paketzustellen soll er Waren und Geld eingesackt haben. Weil beide Angeklagten nicht unbescholten sind, landeten sie in U-Haft. Von Suchtmitteln wollen sie in Zukunft die Finger lassen. „Wir sind da in etwas hineingekommen und haben nicht mehr rausgefunden“, sagt der 44-Jährige zum Methamphetaminkonsum. „Wir wollen ein normales Leben führen und haben erkannt, dass unsere Zukunft anders aussehen muss“, erklärt die 38-Jährige.

Um Milde bitten Verteidiger. „Was haben wir davon, wenn wir Leute lange wegsperren. Die kommen dann nur noch verkorkster raus“, meint einer.

Der 44-Jährige fasst zwei Jahre gesiebte Luft aus. Absitzen muss er die aber nicht, er darf in stationäre Therapie. 15 Monate teilbedingt, davon fünf Monate Gefängnis setzt es für die 38-Jährige. Einer ambulanten Therapie muss sie sich unterziehen. Die Urteile sind rechtskräftig.