Erstellt am 12. August 2018, 05:00

von Anna Faltner

E-Bikes: Wenn das Risiko auf zwei Rädern fährt. Nachfrage an E-Bikes im Bezirk steigt. Polizei und Fachleute warnen vor Tempo und fordern eine korrekte Einschulung.

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Sobald die Sonne aufgeht, sind sie schon auf den Radwegen des Bezirks unterwegs: die E-Bike-Fahrer. Egal ob eigenes Elektrorad oder aus dem Verleih – die Nachfrage steigt. Wer allerdings auf eine Einschulung verzichtet hat oder ganz einfach unvorsichtig ist, der kann das elektrobetriebene Gefährt schnell unterschätzen.

Bis zu 25 km/h möglich

„Die Leute steigen auf und dann fährt das Rad mit ihnen davon. Das wird ihnen zu steil und sie verlieren die Nerven“, sagt Kriminaldienstreferent Herbert Oberklammer. Denn ein E-Bike kommt auf eine Geschwindigkeit von bis zu 25 km/h. Vor allem bei älteren Personen ist das ein heikles Thema. „Ideal wäre ein E-Bike-Kurs. Man muss mit dem Fahrrad vertraut sein“, wünscht sich Oberklammer.

Seit 2017 wurden im Bezirk 28 Fahrradunfälle angezeigt, bei vier davon kam es zu schweren Verletzungen. Wie viele davon E-Bikes zuzurechnen sind, ist statistisch nicht festgehalten.

Der richtige Umgang mit dem E-Bike hat auch für Sigrid Pichler vom gleichnamigen Fahrrad-Shop in Pöchlarn oberste Priorität. „Es hat mehr Gewicht, ist schneller, Bremsen und Lenkung sind anders als bei normalen Fahrrädern. Wir investieren viel Zeit in die Einschulung“, betont sie.

Ohne Einschulung darf keiner fahren

Fast jedes zweite Rad, das sie verkauft, ist mittlerweile ein E-Bike. Pichler hat manchen Interessenten sogar schon vom Kauf abgeraten. „Man sieht im Verkaufsgespräch, wie fähig die Leute sind. Bei manchen hätte ich kein gutes Gefühl gehabt, wenn ich ihnen ein E-Bike verkauft hätte.“

Eine Einschulung gibt es auch im Marbacher Bikeshop von Christian Steindl. „Sonst lassen wir keinen fahren. Die Leute müssen schon wissen, wie das funktioniert“, erklärt er. Seit vier Jahren bietet er fünf E-Bikes im Verleih an. Die Nachfrage war allerdings schon einmal stärker. „Rundherum bieten die Gemeinden – sogar die eigene – jetzt einen Verleih an. Das ist für mich eine starke Konkurrenz, weil sie die Räder durch Fördermittel günstiger anbieten können“, ärgert er sich. An diesem Konzept kritisiert er auch die mangelnde Einschulung: „Man stellt das Rad hin und sagt ‚Fahr damit‘. Eine Anweisung gibt es nicht.“