FPÖ jubelt über Platz zwei. Volkspartei legt um 1,9 Prozent auf 37,2 Prozent zu, Wahl-Desaster für Bezirks-Grüne.

Von Anna Faltner, Denise Schweiger, Claudia Christ, Markus Glück und Jutta Streimelweger. Erstellt am 15. Oktober 2017 (21:21)
Richard Punz, FPÖ-Kandidat aus dem Bezirk Melk, ist stolz auf das Ergebnis.
NOEN, Jutta Streimelweger

Ein regelrechtes blaues Wunder erlebte der Bezirk Melk bei der Nationalratswahl. Ein Stimmenzuwachs von rund 9,6 Prozent (28,3 Prozent) verschafft der Bezirks-FP ihr bisher bestes Wahlergebnis.

Die Freiheitlichen konnten im Bezirk damit auch die stark schwächelnden SPÖ auf den dritten Platz verweisen. „Wir haben mit dieser Wahl ein Zeugnis und einen Auftrag erhalten, diesen werden wir für die Bürger umsetzen“, jubelt FP-Bezirkschef Martin Huber über das Wahlergebnis.

Mit einem Zuwachs von zwei Prozent und einem Stimmenanteil von 37,2 Prozent bleibt die ÖVP klare Nummer Eins im Bezirk. VP-Nationalratsabgeordneter Georg Strasser freute sich naturgemäß besonders über das Bundesergebnis, wo die Volkspartei deutlich zulegen konnte und nun die klare Nummer Eins ist.

Herbert Bitter, VP-Bezirkschef Karl Moser, Spitzenkandidat Georg Strasser,Bezirksgeschäftsführerin Andrea Blauensteiner, Pöchlarns VP-StadtchefFranz Heisler und Michael Baier-Fuchs (Klein-Pöchlarn) (v. l.) jubeln überden Wahlsieg.
NOEN, Markus Glück

„Ich bin stolz auf unsere Arbeit, der Einsatz hat sich ausgezahlt“, resümiert Strasser. Zwar ist davon auszugehen, dass der Nöchlinger auch in der kommenden Periode im Nationalrat sitzen wird, fix ist es aber erst, wenn die Vorzugsstimmen im Laufe der Woche ausgezählt sind. Gibt es keine Überraschung mehr, wird neben Strasser auch VP-Nationalratsabgeordneter Andreas Hanger (Bezirk Amstetten) die Interessen des Wahlkreises in Wien vertreten.

„Wir haben in unseren Hochburgen teilweise recht deutliche Niederlagen erlebt. Der Spitzenkandidat war aber der richtige.“ Günther Sidl, SP-Bezirkschef

Katerstimmung herrschte im „Grünen Salon“ des Café Mistl-bacher bei der Grünen Wahlparty. Die Grünen verloren gegenüber der Wahl 2013 im Bezirk 3.166 Stimmen und landeten mit 1,9 Prozent auch deutlich hinter dem Ex-Grünen Peter Pruzina, der mit der Liste Pilz 2,7 Prozent erreichen konnte. Grünen-Bezirkschef spricht im NÖN-Gespräch von einer deutlichen „Watschn“ für die Grünen. „Das wir wahrscheinlich aus dem Parlament fliegen ist eine totale Katastrophe“, sagt ein sichtlich zerknirschter Weiderbauer.

Die SPÖ erlebte vor allem in den einstigen SP-Hochburgen wie Ybbs, Petzenkirchen, Marbach und Golling ein blaues Wunder. Besonders schmerzvoll sind die Verluste in Ybbs (-5,2 Prozent), wo SP-Bürgermeister Alois Schroll als Bezirks-Spitzenkandidat ins Rennen ging und Petzenkirchen (-7,7 Prozent), wo SP-Bezirkschef Günther Sidl zu Hause ist.

Enttäuschung für SP-Spitzenkandidat Alois Schroll und SP-Bezirkschef Günther Sidl.
privat

„Wir haben in unseren Hochburgen teilweise recht deutliche Niederlagen erlebt. Wir haben einen guten Wahlkampf mit dem richtigen Spitzenkandidaten geführt, scheinbar aber die Leute nicht erreicht“, erklärt Sidl. Gegenüber der NÖN verweist er auch darauf, dass Schroll einstimmig von der Bezirkspartei nominiert wurde.

Im Wahl-Einsatz

Für die Melker NÖN im Wahlkampf-Einsatz waren: Markus Glück, Jutta Streimelweger, Anna Faltner, Claudia Christ und Denise Schweiger.

Hier geht's zu allen Bezirksergebnissen