Mobil sein ist ein Wohlstand. 2.401 Autos sind neu angemeldet worden. Der Trend: das E-Mobil.

Von Tanja Horaczek-Gasnarek. Erstellt am 21. Januar 2020 (04:34)
Statistik Austria; Foto: ParabolStudio/Shutterstock.com; NÖN-Grafik: Bischof

Die Automobilindustrie befindet sich im Umbruch. Doch einige Marken dominieren nach wie vor den Markt bei den Neuzulassungen: VW mit 478, Seat mit 269 und Skoda mit 262. Im Jahr 2019 sind ebenso 22 neue Tesla-Fahrer hinzu gekommen. Und diese liegen auch im heurigen Jahr im Trend. Denn die Elektroautos stehen hoch im Kurs. Ohne ein E-Auto im Sortiment fällt es Fahrzeugherstellern dieser Tage schwer, gegen die Konkurrenz zu bestehen.

Nicht zuletzt darum setzt das Jahr 2020 neue Maßstäbe in der Elektromobilität. Die Menge an Elektroautos, die auf die Käufer zurollt, lässt jedes E-Auto-Fanherz höher schlagen. „VW läutet mit seinem neuen E-Auto eine neue, dynamische Ära in der Welt der Elektromobilität ein. Durch den erfolgreichen Verkauf der Modelle e-Golf und e-up! konnten wir in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen in diesem neuen Marktsegment sammeln“, berichtet Paul Fischer vom Autohaus Senker in Melk.

Franz Eckl vom Autohaus Eckl in Pöggstall.
NÖN

Auch Josef Swed, vom gleichnamigen Autohaus in Inning, steht dem Trend positiv entgegen. „Wir bieten derzeit zwei Modelle von KIA an. Die Nachfrage ist sehr gut“, sagt Swed. Für Walter Eigenthaler aus Texing machen Fahrzeuge mit Plug in Hybrid mehr Sinn. „Mit ihnen erzielt man eine vernünftige Reichweite und sie haben trotzdem den klimafreundlichen Charakter“, meint Eigenthaler. Nicht ganz so sieht das Franz Eckl vom Autohaus Eckl in Pöggstall. „Der Trend ist da, doch es gibt immer noch viele Fragezeichen rund um die E-Autos“, merkt Eckl an. Damit meint er die Entsorgung der Akkus. „Hier gibt es immer noch Probleme, weil keiner weiß wohin mit ihnen“, kritisiert Eckl.

„Wie schnell es gehen kann, hat man beim Tesla Unfall in Tirol gesehen. Keiner wollte die Batterie entsorgen“, merkt Eckl an. Mit der Euphorie rund um die E-Autos sollte laut Eckl anders umgegangen werden. Auch die Feuerwehr Loosdorf hatte im Jahr 2018 einen heiklen Einsatz nach einem E-Auto Unfall. Aufgrund des strombetriebenen Motors ist das mit besonderen Gefahren verbunden.

Ein Thema sind noch die Ladestationen. „Dazu muss die komplette Infrastruktur im Bezirk und im ganzen Land angepasst werden“, meint Eckl. Die „Diesel-Krise“ sieht er mit gemischten Gefühlen. „Man sollte die Kirche schon im Dorf lassen. Diesel-Autos sind keine Dreckschleudern“, betont Eckl. Ein Auto zu haben bedeutet Wohlstand. „Jeder will heutzutage mobil sein oder muss es sein, weil sein Heimatort keine öffentliche Anbindung hat“, betont der Autohaus-Betreiber.

Paul Fischer vom Autohaus Senker in Melk.
NÖN

Er findet es unfair, wenn manche die tägliche Benutzung eines Autos kritisieren: „Ich würde demjenigen gerne vier Wochen im Südlichen Waldviertel mit dem Rad schenken. Denn mit einer Familie kommt man hier ohne einem eigenen Fahrzeug nicht aus“, sagt Eckl. Neben den reinen Elektroautos wird 2020 ein weiterer Antriebstrend die Automobilindustrie umkrempeln: das Wasserstoffauto. Entsprechende Exemplare funktionieren mit einer Brennstoffzelle.

Aber bis diese auf den Markt kommen dauert es noch. Beim Thema Kauf von Gebraucht - oder Neuwagen haben alle Händler die gleiche Meinung: es kommt auf das Budget an. Im Frühjahr kommen wieder aktuelle Modelle auf den Markt, das kurbelt das Geschäft wieder an. „Bei den Käufern herrschte große Verunsicherung bezüglich der steuerlichen Regelung, darum griffen viele zu einem älteren Pkw-Modell“, erklärt Eigenthaler. Eckl bringt es auf den Punkt: „Autos werden immer gekauft – egal ob alt oder neu.“

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