Melk , Ybbs an der Donau , Kirnberg an der Mank

Erstellt am 03. Januar 2019, 04:12

von Tanja Horaczek-Gasnarek

Neues Gesetz: Nichts Hartes für die zarte Jugend. Seit 1. Jänner dürfen unter 18-Jährige keine Spirituosen kaufen. Was sagen die Gastronomen dazu?

Symbolbild   |  Rawpixel.com/Shutterstock.com

Nach langen Diskussionen wurde es endlich erwirkt: das österreichweit einheitliche Jugendgesetz. Wie sieht es im Bezirk aus? Was halten Wirte und Veranstalter davon, wenn unter 18-Jährige keine harten Getränke wie Gin, Wodka oder Schnaps mehr konsumieren dürfen? Auch das Rauchen ist erst ab der Volljährigkeit erlaubt (siehe ganz unten). Die NÖN hat bei Gastronomen, Jugendbetreuern, Veranstaltern und der Polizei nachgefragt.

„Für uns bedeutet das neue Gesetz, dass wir unsere Feste anders aufziehen müssen. Das wird eine Herausforderung“, zieht Stefan Bruckner, Obmann der Landjugend Hürm, ein erstes Resümee. Vor allem beim Eingangsbereich muss sich etwas ändern, weiß der Obmann. Mit zwei verschiedenen Armbändern soll der Unterschied zwischen den Jüngeren und Älteren ersichtlich sein. „Aber ich befürchte, es wird nicht viel helfen, denn jeder hat ältere Freunde und die holen dann die harten Getränke von der Bar“, gibt Bruckner zu bedenken.

„Es funktioniert mit den Securitys beim ‚Ybbser Bermuda- Dreieck‘ sehr gut, aber es wird mehr Kontrollen geben.“Herbert Oberklammer

Ähnlich skeptisch steht Paul Griessler vom Gasthaus Griessler in Kirnberg der Gesetzesänderung gegenüber: „Ich bin gespannt, ob das ‚Vorglühen‘ dann exzessiver betrieben wird. Mit jedem Verbot wird genau das Gegenteil erreicht.“ Auch er muss diverse Änderungen bei den Veranstaltungen vornehmen. „Ob es etwas bringen wird, wird sich zeigen,“ meint der Wirt.

„Kalmuck“-Chef Mario Sassmann lässt das neue Jugendschutzgesetz kalt. Und das aus gutem Grund: Denn die Melker Weinbar hat quasi unbewusst eine Vorreiterrolle inne – hier bekommt schon seit Jahren keiner, der unter 18 ist, harte Sachen zu trinken. „Wir haben diese Regel irgendwann einmal eingeführt und somit gibt es für uns keine Umstellung“, freut sich der Gastronom. Und auch das Thema Rauchen ist weggeblasen, denn im Kalmuck herrscht seit Mai 2018 Rauchverbot.

Rauchpause. Die Zigarette ist Jugendlichen unter 18 Jahren ab dem kommenden Jahr verboten.  |  Africa Studio /Shutterstock.com

Nicht ganz so unproblematisch findet Mario Plotz, Betreiber vom Excalibur in Ybbs, das neue Gesetz: „Es wird einen Mehraufwand an Kontrollen geben, aber wie es genau bei uns umgesetzt wird, werden wir sehen.“

Chefinspektor Herbert Oberklammer sieht im „Bermuda Dreieck von Ybbs“ verstärkten Kontrollbedarf: „Hier sind einfach viele Jugendliche unterwegs. Aber mit den Securitys vor den Lokalen funktioniert alles sehr gut.“ Laut Oberklammer schauen die Türsteher sehr genau, ob wer zu jung ist. Weiters werden von der Exekutive Präventionsmaßnahmen in den Schulen im Bezirk vorgenommen.

Um Aufklärung geht es auch der Jugendarbeiterin Sophie Stadler vom s*Jugend in Loosdorf: „Uns ist wichtig, dass die Teenies selbst über deren Gesetze und Pflichten Bescheid wissen und wir sie dahingehend auch sensibilisieren.“ Deshalb gibt es im Jugendzentrum immer wieder Aktivitäten und Workshops über diese Themen. Stadler ist gespannt, wie sich das Gesetz bei ihren Jugendlichen auswirken wird, die im offenen Betrieb betreut werden.

Trotz der neuen Bedingungen, die auf die Veranstalter und Gastronomen zukommen, wird das Gesetz begrüßt: Die Jugend soll auch außerhalb der heimischen Wände geschützt werden.

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  • Jugendschutz neu geregelt: Ist das Gesetz streng genug?