Melk

Erstellt am 08. Januar 2019, 04:00

von Tanja Horaczek-Gasnarek

Seit 1. Jänner: Tabu für Ölbrenner im Neubau. Seit 1. Jänner dürfen Ölheizungen nicht mehr eingebaut werden. Die NÖN zeigt, wer im Bezirk profitiert und wer verliert.

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Niederösterreich ist das erste Bundesland, in dem es in Neubauten keine Ölheizungen mehr geben wird. Dennoch: Im Bezirk Melk heizen noch 8.275 Haushalte mit Öl. Um ihnen den Umstieg zu erleichtern, gibt es einen Bonus. Bis zu 5.000 Euro erhalten jene, die von Öl auf ein alternatives Heizsystem umsteigen.

„Dieser Bonus ist nur ein kleiner Anreiz für einen Heizungstausch“, so Installateur Norbert Lorenz von der Firma Andritz in Pöchlarn. Er selbst hat auch eine Ölheizung, hat aber diese schon dezimiert. „Ich heize großteils mit festen Brennstoffen, nur im Notfall wird der andere Kessel aktiviert“, teilt Lorenz mit. Verwundert über das Verbot von Ölheizungen in Neubauten ist er jedoch nicht. Denn seit Jahren planen Architekten eine derartige Heizform nicht mehr ein. Der Trend, weg vom alten „Stinkebrenner“ zu kommen, hält schon länger an. „Ob die 5.000 Euro jetzt einen Tausch-Boom einläuten werden, ist fraglich“, meint der Installateur.

Umstieg rentiert sich nicht immer

Ein Umstieg von einem fossilen Brennstoff auf erneuerbare Energie rentiert sich laut ihm bei alten Häusern nur, wenn die räumlichen Gegebenheiten passen. Dazu muss ein Anschluss an ein Fernwärme-Netz, genügend Platz für einen Pelletsraum oder eine Photovoltaikanlage vorhanden sein. „Leute, die ein Haus mit einer Ölheizung kaufen, werden diese eventuell nur im Zuge einer Sanierung tauschen“, weiß der Fachmann.

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Die Gemeinde Leiben entsprang schon länger dem fossilen Zeitalter. „Seit 2007 sind die öffentlichen Gebäude wie Volksschule, Kindergarten, Bauhof und Gemeindeamt an das Biomasse Heizkraftwerk angeschlossen“, berichtet SP-Bürgermeisterin Gerlinde Schwarz stolz. Der Umstieg brachte eine große Kostenersparnis gegenüber den alten Ölheizungen. Bisher hat es noch keinen Ausfall des Heizwerkes gegeben.

„Falls es doch einmal dazu kommen sollte, kümmert sich das Biomasse Heizkraftwerk um einen Ersatzkessel“, klärt Schwarz auf.

Bei den Wohnbauten der GEDESAG wird ebenfalls auf erneuerbare Energie gesetzt. Seit 15 Jahren werden keine Ölheizungen mehr errichtet. Da viele Gemeinden bereits an Fernwärmeanlagen angeschlossen sind, wird dieser Wärmeversorgung Vorrang gegeben. Lediglich zwei Anlagen, Gansbach und Schönbühel, werden noch mit Öl beheizt. „Bei einer Umstellung auf ein anderes System fallen doch hohe Kosten für die Eigentümer an“, weiß Manfred Ledermüller von der GEDESAG. Ein Kostenvergleich speziell bei der Ölheizung ist laut ihm schwierig, da der Hauptkostenanteil für die Jahreswärmeabrechnung der Ölpreis zum Zeitpunkt der Tankbefüllung ist und dieser stark schwanken kann.

8.275 Heizungen stehen auf der schwarzen Liste

Aus diesem Grund macht sich auch Claudia Bogenreiter von der Firma Essmeister in Kemmelbach keine Sorgen um irgendwelche Einbußen beim Heizöl: „Ich denke nicht, dass wir dieses Verbot stark spüren werden. Denn so lange der Ölpreis niedrig bleibt, werden die Leute damit heizen.“ In Neubauten sind Ölheizungen laut ihr sowieso schwer zu finden, da alternative Heizungsformen top gefördert werden. „Aber die, die mit Öl heizen, werden es auch weiterhin machen“, so Bogenreiter.

Die 8.275 Haushalte, die mit Öl heizen, sprechen für sich.

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