Betrug & Veruntreuung: 39-Jähriger schuldig gesprochen. Wegen Betruges und Veruntreuung ist ein 39-Jähriger am Donnerstag am Landesgericht St. Pölten schuldig gesprochen worden.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 19. September 2019 (11:56)
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Symbolbild

Der Mostviertler erhielt nicht rechtskräftig zwölf Monate bedingte Haft und 2.160 Euro Geldstrafe. In einigen Anklagepunkten gab es Freisprüche. Der Mann aus dem Bezirk Melk hat einen Teil des Schadens bereits wieder gut gemacht, der Rest soll in Raten beglichen werden.

Der Beschuldigte wurde wegen Betrugs verurteilt, weil er 1.000 Euro, die er sich von einer 37-Jährigen ausgeborgt hatte, nicht nach den vereinbarten vier Wochen zurückgezahlt hatte. Außerdem wurde er schuldig gesprochen, weil er 9.000 Euro eines 29-Jährigen veruntreut hatte.

Das spätere Opfer hatte insgesamt mehr als 11.000 Euro an das Bitcoin-Wallet des Angeklagten überwiesen, die in Kryptowährung investiert werden sollten. 9.000 Euro davon hatte sich der Beschuldigte selbst zugeeignet. Mildernd wurden bei einem Strafrahmen von drei Jahren das Geständnis und die Schadenswiedergutmachung gewertet, erschwerend waren u.a. einschlägige Vorstrafen und die Tatbegehung während offener Probezeit.

Der Mostviertler, der ohne Rechtsanwalt erschien, hatte sich bereits am ersten Tag der Einzelrichterverhandlung Mitte Juli teilweise schuldig bekannt. Er gab zu, die geborgten 1.000 Euro aufgrund seiner prekären Vermögenssituation nicht zurückgezahlt zu haben. Am Donnerstag legte er Bestätigungen über die inzwischen erfolgten Zahlungen an die Opfer vor.

Freisprüche im Bezug auf andere Anklagepunkte

In Bezug auf andere Anklagepunkte gab es Freisprüche. So hatte ihm die 37-Jährige Geld gegeben, das er in Kryptowährung anlegen sollte. Die Finanzmarktaufsicht untersagte dem Kryptomining-Unternehmen aber das Geschäftsmodell, wodurch vorübergehend kein Zugriff auf das Wallet bestand. In Bezug auf 5.000 Euro, die ihm sein Onkel übergeben hatte, war laut dem Richter kein Betrugsvorwurf nachweisbar.

Die Ermittlungen hatten ihren Ausgang genommen, als der Angeklagte am 11. November 2018 auf eine Polizeiinspektion gegangen war und berichtet hatte, dass am Vortag Kryptowährungsbestände von seinem Wallet abgebucht worden seien. Von den Vorwürfen der falschen Zeugenaussage und des Vortäuschens einer mit Strafe bedrohten Handlung wurde der Niederösterreicher im Zweifel freigesprochen. Ein Fremdzugriff auf das Wallet konnte im Zuge der Ermittlungen nachgewiesen werden.