Stiefvater leugnet sexuelle Übergriffe. 57-Jähriger bestreitet vor Gericht, sich beim Duschen an Kind vergangen zu haben.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 23. September 2019 (08:14)
NÖN
Landesgericht St. Pölten

An der siebenjährigen Tochter seiner Lebensgefährtin soll sich ein 57-Jähriger aus dem Bezirk beim Duschen zwei Mal vergriffen haben. Das Verbrechen des sexuellen Missbrauchs von Unmündigen sowie das Vergehen des Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses wird dem Mann nun vor Gericht vorgeworfen.

„Beide Vorfälle stützen sich auf die Angaben des Mädchens. Es wurde zwei Mal einvernommen und hat beide Male das Gleiche geschildert. Zeugen gibt es natürlich keine. Wie es bei solchen Taten ist, waren nur der Täter und das Opfer dabei“, sagt die Staatsanwältin im Eingangsplädoyer im Prozess am Landesgericht in St. Pölten. Und weiters: „Wir haben keinen Grund, dem Kind nicht zu glauben. Es gibt keinen Obsorgestreit, es steht keine Scheidung im Raum.“

Ob massiver Vorstrafen hängt über dem Angeklagten das Damoklesschwert und geständig zu den Anschuldigungen ist er nicht. „Das Kind hat gegenüber Zeugen erzählt, dass die Vorwürfe unrichtig waren“, sagt dessen Verteidiger im Prozess. Für den Juristen gebe es einen Grund für falsche Belastung. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wird der 57-Jährige einvernommen.

Bevor ein Schöffensenat ein Urteil fällt, soll ein Gutachten eingeholt werden. Ein Psychologe soll prüfen, ob das mutmaßliche Opfer glaubhaft ausgesagt hat und ob Fremdsuggestion die Aussage des Kindes induziert haben könnte. Der Prozess wird auf unbestimmte Zeit vertagt.