Erstellt am 15. August 2018, 05:00

von Jutta Streimelweger, Markus Glück und Denise Schweiger

soogut-Bus wird eingestellt. Ohne AMS-Unterstützung kann SAM NÖ nicht mehr die sieben Haltestellen im Bezirk Melk anfahren. Derzeit wird an Lösung mit Shuttle-Diensten gearbeitet.

Künftig gibt es für bedürftige Personen im Bezirk Scheibbs nicht mehr die Möglichkeit, Lebensmittel beim soogut-Bus zu erhalten. Anlaufstellen bleiben soogut-Märkte in anderen Bezirken.  |  privat

Bislang versorgte der soogut-Bus 209 bedürftige Einkaufspass-Besitzer im Bezirk Melk mit Lebensmitteln, die von den Handelsketten und Produzenten entsorgt wurden. Nun wird diese Aktion eingestellt:

Über 30 Haltestellen betroffen

Über 30 mobile Sozialmarkt-Haltestellen werden ab Mitte Dezember 2018 nicht mehr angefahren – darunter auch sieben Standorte im Bezirk Melk: Kilb, Loosdorf, Mank, Melk, Persenbeug-Gottsdorf, Pöchlarn und St. Leonhard. Der Grund dafür ist, dass das AMS den Verein SAM NÖ ab 2019 nicht mehr fördert. Der zweite langjährige Fördergeber, das Land NÖ, wird das Projekt zwar weiterhin unterstützen, allerdings macht der Fehlbetrag des AMS die Schließungsmaßnahmen erforderlich.

„Da interne Umstrukturierungsmaßnahmen und Personalkürzungen nicht ausreichen, um die finanzielle Lücke zu schließen, müssen wir leider unser Versorgungsangebot einschränken“, erklärt SAM NÖ-Geschäftsführer Wolfgang Brillmann. Um die Situation der Most- und Waldviertler Kunden abzuschwächen, versucht soogut die betroffenen Gemeinden dazu zu gewinnen, Shuttle-Dienste für ihre Bürger in die nahe gelegenen fixen Sozialmarkt-Standorte zu organisieren und zu finanzieren.

„Derzeit evaluieren wir, welche Alternativen es gibt.“Pöchlarns VP-Stadtchef Franz Heisler

Wie viele Gemeinden sich beteiligen werden, ist noch offen. Aus Mank, wo 29 Haushalte das Angebot nutzen, heißt es vom Sozialstadtrat (VP) Walter Wieser, dass man sich über die weitere Vorgehensweise beraten würde. Für Pöchlarns VP-Stadtchef Franz Heisler ist klar: Jetzt müssen die Gemeinden aktiv werden. „Derzeit evaluieren wir, welche Alternativen es gibt.“

In Melk nimmt SP-Sozialstadtrat Jürgen Eder VP-Stadtchef Patrick Strobl in die Pflicht: „Für mich ist das eine weitere unsoziale Aktion der schwarz-blauen Regierung. Es ist höchste Zeit, dass sich unser Stadtchef mit seinen Parteifreunden koordiniert und sich für die hilfsbedürftige Melker Bevölkerung einsetzt.“ Den Familienvater schmerzt die Einstellung des soogut-Busses: „Unser Anfahrtspunkt ist einer der meist frequentiertesten auf der Route. Auch wenn wir in einer Wohlstandsgesellschaft leben, steigt die Zahl derjenigen, die Hilfe benötigen.“