Dicke Luft nach Asbest-Vorfall. Mitarbeiter fordern nach Asbest-Unfall Betriebsleiter in offenem Brief auf, Beschimpfungen gegen Mitarbeiter einzustellen. Arbeiterkammer sind Probleme bekannt.

Von Markus Glück und Denise Schweiger. Erstellt am 12. November 2019 (03:23)
Wochen nach dem Vorfall herrscht zwischen Firmenleitung und Mitarbeitern Zwist.
NÖN

Nicht zur Ruhe kommt derzeit die Firma Carlo Loysch GmbH in Pielach. Im September sorgte ein Asbest-Alarm nach Abbrucharbeiten für Sorge bei den Mitarbeitern. Bis heute ist die Produktionshalle des Betriebes behördlich geschlossen. Bereits eine Woche nach dem Vorfall meldeten sich besorgte Mitarbeiter bei der Arbeiterkammer Melk, da der Dienstgeber gegenüber seinen Mitarbeitern keine Erklärung über die weitere Vorgehensweise abgegeben hatte.

Vergangene Woche gingen Mitarbeiter der Firma mit einem offenen Brief an Betriebsleiter Hermann Mentil an die Öffentlichkeit. Sie forderten Mentil auf, Beschimpfungen und niederträchtige Vorgehensweisen gegenüber Mitarbeitern einzustellen. „Wir werden den Anordnungen weiter Folge leisten, solange Mentil nicht den Pfad der Rechtsordnung verlässt. Wir verbieten uns seine diffamierenden Äußerungen“, schreiben die Mitarbeiter. Sie betonten auch, dass es notwendig sei, die bisher gesetzten Handlungen einer Überprüfung zu unterziehen.

Harte Kritik gegenüber dem Betriebsleiter

„Am Ende des Tages wird die Gerechtigkeit auch an Ihre Tür klopfen und die Zeit Ihrer Vertuschung und Falschdarstellungen ein trauriges Ende finden“, gehen die Mitarbeiter hart mit dem Betriebsleiter ins Gericht.

In der Tat dürfte das Band zwischen Mitarbeitern und der Firmenleitung zerschnitten sein. Der NÖN wurden auch Informationen und Anordnungen des Betriebsleiters Mentil übermittelt. Darin gab er unter anderem auch die Absage der Firmenweihnachtsfeier bekannt.

Bei der Arbeiterkammer Melk sind Bezirksstellenleiter Peter Reiter die Probleme zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern bekannt. „Es ist eine schwierige Situation. Als Arbeiterkammer schauen wir darauf, die Sache zu deeskalieren“, erklärt Reiter. Von Mentil und der Firma gab es auf NÖN-Anfrage keine Stellungnahme.