Emmersdorf: Ein Cluster und seine Folgen . Elf Coronafälle auf Taufe zurückzuführen. Eine Chronologie der Clusterbildung nach der Feier.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 05. August 2020 (04:45)
Das Emmersdorfer Gemeindeamt ist ab dieser Woche wieder geöffnet.
Hochratner

Es war die Tauffeier der kleinen Tochter von VP-Gemeinderat und Gastronom Franz-Josef Pichler, die Emmersdorf – wenn auch unliebsame – mediale Aufmerksamkeit beschert (die NÖN berichtete exklusiv). Im Zusammenhang mit der Tauffeier zählt die Gemeinde elf bestätigte Covid-Infektionen.

Das Gemeindeamt. Da Pichler als Mandatar Kontakt zu mehreren Bediensteten hatte, musste das Gemeindeamt geschlossen werden. „Ab dieser Woche hat das Gemeindeamt wieder geöffnet“, informiert Bürgermeister Richard Hochratner (Liste „Bürgernahes Emmersdorf“).

Die Situation soll sich nicht verschlimmern, deshalb appelliere ich an alle, vernünftig zu handeln!“Richard Hochratner, BNE-Bürgermeister

Die Feuerwehr. Mehrere besorgte Emmersdorfer meldeten sich in der NÖN-Redaktion, da sie gehört haben sollen, dass die Einsatzfähigkeit der Emmersdorfer Feuerwehr aufgrund zahlreicher Quarantänefälle nicht mehr gegeben sein soll. „Das stimmt nicht“, betont Kommandant Josef Reithmayer, „Es gibt zwar einen positiven Fall sowie sieben Personen in Quarantäne, die aktive Mannschaft ist aber nicht betroffen“, wischt Reithmayer die Gerüchte um eine verminderte Mannschaftskraft vom Tisch. Ab dieser Woche ist das FF-Haus wieder geöffnet – ein Aufenthaltsverbot wurde nach Bekanntwerden der Fälle verhängt.

Der Cluster und der Tourismus. „Mir wird von vielen Stornierungen berichtet“, gibt der Ortschef Einblick in die touristische Entwicklung seit dem Corona-Ausbruch. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Cluster auf die – sonst sehr positive – Tourismus-Statistik der Gemeinde auswirkt. Normalerweise folgt Emmersdorf im Bezirksvergleich dem Spitzenreiter Melk auf Platz zwei. 2018 übernachteten über 44.150 Touristen in den Hotelbetten der Gemeinde.

Ein Appell des Bürgermeisters. Hochratner bemerkt eine „gewisse Nervosität“ in der Gemeinde seit Bekanntwerden des Clusters – allerdings auch, dass sich einige Bürger nicht an die Sicherheitsvorgaben halten. „Manche verstehen wohl nicht, was da gerade bei uns in Emmersdorf passiert. Die Situation soll sich nicht verschlimmern, deshalb appelliere ich an alle, vernünftig zu handeln!“