Bezirk Melk: Die Ampel zeigt "Orange" - was jetzt?. Melk ist erster Bezirk im Mostviertel, den die Coronaampel auf "Orange" stuft. Zahl der Covid-Fälle seit Ausbruch der Pandemie steigt weiter auf mehr als 60 aktuelle Covid-Fälle. Zur Klärung offener Fragen findet aktuell eine Videokonferenz mit Gesundheitsminister Rudolf Anschober statt.

Von Markus Glück. Update am 25. September 2020 (08:31)
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Als erster Bezirk im Mostviertel schaltete die Coronaampel im Bezirk Melk auf „Orange“. Die Entscheidung fiel Donnerstagabend durch die Corona-Kommission, die die epidemiologische Entwicklung der vergangenen sieben Tage bewertete. Für viele überraschend war, dass diese gleich von „Grün“ auf „Orange„ sprang. Unter die Lupe genommen wurden von der Kommission bei ihrer Entscheidung das Übertragungsrisiko, die Rückverfolgbarkeit der Übertragungskette, die Testaktivität und die Ressourcenauslastung der Spitäler.

Freitagvormittag zählte der Bezirk Melk seit dem Ausbruch der Pandemie 296 Fälle. Seit Wochenbeginn stieg der Wert um über 30 Personen. Aktuell gibt es mehr als 60 Coronafälle, mehr als 400 Personen befinden sich in Quarantäne. Tendenz weiter steigend.

Welche Auswirkungen, die Farbe Orange für den Bezirk Melk hat, ist aber schwierig zu beantworten. Verknüpft mit der Ampel sind aktuell lediglich die bundesweit geltenden Corona-Maßnahmen. Darüber hinaus empfiehlt die Ampelkommission auf ihre Homepage für Orange, folgende Aspekte zu verfolgen:

  • Intensivierung des Schutzes der Pflegeeinrichtungen und Krankenanstalten.
  • Erhöhung der Screening-Untersuchungen in den einschlägigen Bereichen (Pflege- und Gesundheitseinrichtungen, Risikobetriebe, Bildungsbereiche, etc.)
  • Schützen der älteren Personen in generationsübergreifenden Familienverbänden
  • Präventive Maßnahmen an bestimmten Orten wie zum Beispiel Märkten
  • Einschränken der Veranstaltungen in geschlossenen Gesellschaften ohne Sicherheitskonzept
  • Weitere Maßnahmen im Bereich der Veranstaltungen und im Bildungssektor seien laut Kommission nicht erforderlich.


Der Gemeindebundobmann des Bezirkes Melk, Texingtals VP-Bürgermeister Gerhard Karner mahnt dazu, die aktuelle Situation mit einer „ernsthaften Gelassenheit“ zu betrachten: „Es heißt, vernünftig mit der aktuellen Lage umzugehen. Die verstärkten Sicherheitsmaßnahmen gelten etwa auf vielen Gemeinden bereits seit dem Ausbruch der Pandemie.“ 

Aktuell Corona-Hotspot im Bezirk ist das südliche Waldviertel, im Vergleich deutlich weniger Fälle hat die Manker Region zu verzeichnen. Von einer regionalen Unterscheidung im flächenmäßig großen Bezirk Melk hält Karner aber dennoch nichts. „Das Wirrwarr wäre damit für die Bevölkerung nur größer“, betont Karner, der auch ein Beispiel aus seiner Heimatgemeinde nennt. Texingtal liegt im südlichen Teil des Bezirkes Melk und grenzt an die Bezirke St. Pölten-Land und Scheibbs, damit ergibt sich für die Texingtaler die kuriose Situation, dass jeweils zwei Nachbargemeinden aktuell „Grün“, „Gelb“ und „Orange“ sind.

Durch die Umschaltung der Coronaampel treffen einige Gemeinden im Bezirk Melk auch weitere Vorsichtsmaßnahmen. In Hofamt Priel war VP-Bürgermeister Friedrich Buchberger Freitagfrüh mit einer Gruppenverkleinerung im Kindergarten beschäftigt. „Wir werden unsere Gruppe teilen, ein Teil der Kinder wird den Gemeindesaal künftig nutzen“, meint Buchberger.

Bei den Gemeinden sind aufgrund der aktuellen Situation viele Fragen offen. Zur Stunde findet aktuell eine Videokonferenz mit Gesundheitsminister Rudolf Anschober statt, bei der unter anderem auch der Bürgermeister der Bezirkshauptstadt Melk, Patrick Strobl, teilnimmt.