Melker Impf-Warteliste sorgt für Diskussionen. Bürger orten fehlende Transparenz bei Vergabe von übrig gebliebenen Impfstoffen. Stadt verweist auf strenge Kriterien.

Von Markus Glück. Erstellt am 21. April 2021 (05:06)
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Eine Warteliste der Stadtgemeinde Melk für die Corona-Impfung sorgt derzeit für Gesprächsstoff. So meldeten sich mehrere Melker bei der NÖN, die die fehlende Transparenz betreffend der Vergabe bekrittelten. Kritisiert wird auch, dass die Stadtgemeinde die Impf-Warteliste wenig bis gar nicht publik mache. „Ich frage mich, nach welcher Form die Vergabe erfolgt. Es hat einen gewissen Beigeschmack“, ärgert sich ein Melker.

Bei der SPÖ haben sich ebenso mehrere Bürger gemeldet, die ihren Ärger über die Impf-Warteliste kundtaten.

Für SP-Gesundheitsstadträtin Sabine Jansky ist Transparenz wichtig.
SPÖ, SPÖ

„Es ist wichtig, dass es hier Transparenz gibt, wir brauchen hier nichts verschweigen. Die Entscheidung für die Vergabe trifft vor Ort das medizinische Personal“, erklärt SPÖ-Gesundheitsstadträtin Sabine Jansky. Für FPÖ-Gemeinderat Rudolf Kuntner braucht es mehr Transparenz: „Alles andere sorgt für böses Blut“.

Reihung nach Alter und Risiko

Warum die Warteliste aber nicht mehr publik gemacht? „Wir haben es nicht so stark publik gemacht, da wir nicht gewusst haben, wie es sich mit der siebenten Dose verhält“, sagt Jansky. Grünen-Stadträtin Heidi Niederer, die selbst oftmals in der Impfstraße im Einsatz ist, betont: „Bei der Vergabe wird streng auf die derzeit gültigen Kriterien geachtet. Jeder kann sich anmelden.“

Bei der Stadtgemeinde Melk heißt es auf NÖN-Anfrage, dass man in jedweden Belangen versuche, transparent zu sein. So wird auch auf impfung.at darauf hingewiesen, dass aufgrund Nicht-Erscheinens angemeldeter Personen oder aufgrund sorgfältigen Aufziehens übriggebliebene Impfstoffe von den Impfstellen unabhängig vergeben werden können.

Der Koordinator der Impfstraße, Markus Müllschitzky, verweist darauf, dass die Liste ursprünglich von den Melker Hausärzten erstellt wurde. „In den vergangenen Wochen haben viele Menschen bei uns auf der Gemeinde angerufen, um sich auf die Warteliste setzen zu lassen“, meint Müllschitzky, der auch betont: „Ein Platz auf der Warteliste ist noch keine Garantie für die Impfung.“

Die Warteliste wird in Zukunft aber ohnedies an Bedeutung verlieren, da die bekannte siebente Dose nun bei der Lieferung schon eingerechnet wird und zudem das Impfzentrum vom Land NÖ übernommen wird.

Zum Vorgehen bezüglich Reihung der Warteliste bestätigt die ärztliche Leiterin der Melker Impfstraße, Natascha Goller, dass man bei der Warteliste natürlich nach Alter und Risiko vorgegangen sei: „Erst am Ende des Tages haben wir auch auf solche Personen hinzugegriffen, die kurze Wege hatten und daher schnell vor Ort sein konnten.“