Gastgärten-Anrainer teilweise schlaflos bis Mitternacht. Die einen sitzen ab jetzt bis 24 Uhr im Schanigarten, die anderen wälzen sich unruhig im Bett: Die Verlängerung der Sperrstunde bereitet nicht allen Melkern Freude.

Von Denise Schweiger und Markus Glück. Erstellt am 24. April 2019 (08:50)
Schweiger
Die Melker Gastgärten können jetzt übers Jahr stehen bleiben, Gäste dürfen nun bis Mitternacht Platz nehmen.

Für Nachteulen ist es eine gute Nachricht, für so manchen Innenstadtbewohner ein Albtraum: Bislang konnten Gäste bis 23 Uhr im Außenbereich der Lokale sitzen bleiben. Nun hat der Gemeinderat beschlossen, dass die Sperrstunde auf Mitternacht verlegt wird.

Einer Melkerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will, schmeckt diese Neuerung überhaupt nicht. „Es ist teilweise jetzt schon ein Graus für uns Anrainer, wenn die Musik und die Gäste in den Schanigärten so laut sind“, ärgert sie sich in einem Schreiben an die NÖN. Laut ihr müsse man im Sommer in seiner Wohnung in der Altstadt „um jede Stunde Schlaf bangen“.

Dass die Verlängerung der Schanigärten-Öffnungszeit zu keiner verstärkten Lärmentwicklung führt, ist auch ein Wunsch der zuständigen VP-Stadträtin Ute Reisinger. „Wir haben das intensiv diskutiert und die Regelung bis Mitternacht jetzt einmal auf ein Jahr befristet“, will sie danach evaluieren, ob die Sperrstunde bei 24 Uhr bleibt. Prinzipiell sei dieser Schritt aber eine „touristische Notwendigkeit.“ Reisinger selbst ist optimistisch, dass das Pilotprojekt klappt: „Etliche Gastgeber in Melk bieten ja auch Zimmer an. Ich glaube kaum, dass da jemand kein Auge auf die Lautstärke in seinem Lokal und den Außenbereich hat.“

Im vergangenen Gemeinderat beschlossen die Mandatare auch eine weitere, neue Verordnung für die Gastgärten der Stadt. So ist künftig eine kostenfreie Nutzung von öffentlichen Flächen im Winter möglich. Die Stadt will damit einerseits die Betriebe unterstützen, auch in der Nebensaison ihre Gaststätten zu betreiben, andererseits aber dadurch auch mehr Kommunalsteuer einheben. Von November bis März besteht nun die Möglichkeit, um einen Betrieb anzusuchen. „Der Betrieb darf nur über Antrag erfolgen. Natürlich gelten auch andere Tarife als im Sommer“, erklärt die Stadträtin.

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