Schuldfrage ist noch nicht geklärt. Nachdem im Vorjahr beim Mittelalterfest in Pöchlarn zwei Menschen getötet wurden, ist ein Urteil weiter offen.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 30. Juli 2013 (00:00)
In diesen Tagen wurde Pöchlarn an die für Bürgermeister Alfred Bergner „schrecklichste Katastrophe erinnert, die Pöchlarn erlebt hat“. Vergangenen Samstag war es genau ein Jahr her, als im Pöchlarner Schlosspark bei einem Unwetter ein orkanartiger Sturm mit einer Geschwindigkeit von 124,7 km/h beim Mittelalterfest gewütet hatte. Dabei brach ein riesiger Ast eines Kastanienbaumes und fiel auf eine Gruppe von Menschen. Traurige Bilanz: Der Obmann des Pöchlarner Mittelaltervereins Mirco Klar sowie der 51-jährige Trafikant Gerhard Wieder wurden getötet. Wieders Sohn Lukas wurde damit zur Vollwaise.

Da die Gemeinde als Veranstalter des Mittelalterfestes fungiert hatte, wurden nach dem Vorfall Bürgermeister Bergner und Stadtrat Gerald Albrecht wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Aber auch ein Jahr danach warten die Beteiligten auf ein Urteil. „Der Fall wurde wegen Befangenheit an die Oberstaatsanwaltschaft übertragen, weil ein involvierter Mitarbeiter des Gerichtes bei dem Unglück im Vorjahr verletzt worden war“, berichtet Bergner. Dabei war der Unfall eine Verkettung mehrerer unglücklicher Umstände, die wohl nur schwer einen Schuldigen finden lassen. Wie ein gerichtliches Gutachten ergab, war der Unglücksbaum gesund.

Dennoch wurde er bereits entfernt. Größere Veranstaltungen wurden im Pöchlarner Schlosspark seit der Tragödie nicht mehr abgehalten. Öffentlich zugängig ist der Park tagsüber, jedoch mit dem Hinweis „Betreten auf eigene Gefahr“. Denn mittlerweile hat Bergner ein Problem mit einem weiteren Baum im Park. „Ich hätte diesen lieber sofort entfernt, aber weil der als Naturdenkmal gilt, muss er behördlich geprüft werden“, so Bergner. Und da der sechsstämmige Baum laut Baumpflegefirma als sanierbar gilt, soll er vorläufig gesichert werden.

Die gesamte Baumpflege wird Pöchlarn jedenfalls bald auslagern und an den Maschinenring übertragen.