Ertl als Favorit für Vize-Nachfolge gehandelt. VP-Mandatar Georg Ertl ist heißer Kandidat für neuen Vizebürgermeister. SP geht mit VP hart ins Gericht, weil Gemeinderatssitzung kurzfristig verschoben wurde.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 20. August 2019 (03:45)
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VP-Gemeinderat Georg Ertl gilt als heißer Kandidat für die Nachfolge Hochratners als Vize.

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Dominik Strummer (SPÖ) ortet Ungereimtheiten bei der Vorgangsweise der ÖVP.

Nachdem Richard Hochratner auf unliebsame Weise von der eigenen Partei (ÖVP) vom Vizebürgermeister zum Gemeinderat degradiert wurde (die NÖN berichtete), brodelt die Gerüchteküche in Emmersdorf: Wer wird Hochratners Nachfolger? Einen heißen Kandidaten für den Posten gibt es schon: Georg Ertl.

2015 hätten die für ihn abgegebenen Stimmen bei der Gemeinderatswahl für den Posten des stellvertretenden Ortschefs schon gereicht. Aus „mangelnder Erfahrung“ trat Ertl damals kürzer. „Die letzten vier Jahre waren gute Lehrzeit. Heute fühle ich mich dem Amt gewachsen, falls die Wahl auf mich fällt“, lässt Ertl wissen. Wann die Wahl des neuen Vizebürgermeisters stattfindet, war auch ein heiß diskutiertes Thema in der Gemeinde. Nun ist die Gemeinderatssitzung für diesen Dienstag angesetzt. Eigentlich hätte sie allerdings schon am Montag der Vorwoche über die Bühne gehen sollen. Bei der Möglichkeitsform ist es dabei aber geblieben.

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VP-Fraktionschef Karl Kerschbaumer erläutert, wieso die Gemeinderatssitzung verschoben wurde.

An besagtem Tag verschickte VP-Bürgermeister Josef Kronsteiner per E-Mail die Info an die Mandatare, dass aufgrund von zu vielen Abwesenheitsmeldungen die Sitzung nicht stattfindet. Zu kurzfristig, findet die SP-Fraktion. Und ortet dahinter auch Kalkül. „War vielleicht nur die Angst zu groß, dass von der ÖVP zu wenig Personal da ist? Laut letztem Infostand sollten wir von der Opposition, sprich SPÖ und Grüne, vollständig sein“, kritisiert SP-Gemeinderat Dominik Strummer. Von der notwendigen 2/3-Mehrheit wäre nach Strummers Rechnung also „nicht viel abgegangen“.

Die Entscheidung, die Sitzung zu verschieben, habe laut Kronsteiner und VP-Fraktionschef Karl Kerschbaumer aber rein gar nichts mit einer Parteifarbe zu tun gehabt. „Die Opposition ist meist unvollständig und von uns haben sich auch einige abgemeldet. Zu wenig Mandatare heißt, nicht beschlussfähig zu sein“, argumentiert Kerschbaumer. „Eigentlich haben wir im Vorhinein unsere Anwesenheit bekundet, aber gut“, kontert Strummer.