Loosdorf

Erstellt am 17. Januar 2019, 04:00

von Tanja Horaczek-Gasnarek

Interview mit Thomas Vasku: „Loosdorf - eine Baustelle“. Vor 365 Tagen übergab der langjährige SP-Bürgermeister Josef Jahrmann sein Zepter an Thomas Vasku. Dieser will mit Langzeitprojekten Loosdorf weiter nach vorne bringen.

Thomas Vasku über sein Jahr als SP-Bürgermeister.  |  Gemeinde

Thomas Vasku steckte sich große Ziele und ist der Entwicklung immer einen Schritt voraus. Doch wie ist der Stand der Dinge nach 365 Tagen im Amt?

NÖN: Nach der Amtsübergabe meinten Sie, dass Sie nicht in große Fußstapfen treten, sondern ihre eigenen hinterlassen werden. Welche Vorhaben konnten umgesetzt werden?

Thomas Vasku: Die Entwicklung von Loosdorf war schon vorher ein Wahnsinn. Vor allem seit dem Autobahnanschluss. Was, so denke ich, gut weitergeführt worden ist, ist das Miteinander der Parteien. Wir ziehen an einem Strang. Diskussionen werden sachlich geführt. Umgesetzte Projekte sind: der Radweg, der neugestaltete Spielplatz Waldmüllerstraße, Englisch in allen Kindergärten und andere Langzeitprojekte. In nächster Zeit entstehen neben dem Unimarkt Jungstarter-Wohnungen.

Jahrmann hatte mit der Ausdünnung des Ortskerns zu kämpfen. Auch jetzt sind viele Auslagen noch leer. Was wird dagegen unternommen?

Vasku: Wir sind nicht schlecht aufgestellt. Wir haben alles Lebensnotwendige in der Gemeinde. Vom Arzt angefangen bis zum Lebensmittelgeschäft. Aber es stimmt: Wenn man durch Loosdorf fährt, fallen einem die leeren Geschäfte auf. Mit diesem Problem soll sich ein Ortskernvermarkter beschäftigen. Dieser soll schauen, wo es noch Potenzial für Geschäfte gibt und wie das Betriebsgebiet mit dem Ortskern verbunden werden kann. Dazu soll auch ein Wirtschaftsbüro in der Gemeinde entstehen, wo immer ein Ansprechpartner zur Verfügung stehen soll.

Sie wollen, dass Loosdorf konkurrenzfähig bleibt. Was sind die Stärken und wo sehen Sie noch Handlungsbedarf?

Vasku: Es liegt klar auf der Hand, dass die Verkehrsanbindung optimal für Loosdorf ist. Mit dem Anschluss an die A1, auf der B1 und der guten Zugverbindung ist man von unserer Gemeinde aus überall in kürzester Zeit. Ein weiterer Pluspunkt ist unsere durchgehende Kinderbetreuung. Dringend angegangen werden muss der Kanal in Neubach. Der wurde schlichtweg vergessen.

Ein großer finanzieller Brocken wird der Schulumbau plus Verkehrskonzept und der Um- oder Neubau der Losensteinhalle werden. Wie sieht da der Plan aus?

Vasku: Ehrlich gesagt, Loosdorf ist eine große Baustelle. Die Schule platzt aus allen Nähten. Die Kinderanzahl ist enorm angestiegen und das schreit nach Veränderung. Geplant ist ein weiterer großer Turnsaal, eine Aula und es muss Platz für die Nachmittagsbetreuung geschaffen werden. Die KiLo (Anmerkung: Kindergruppe Loosdorf) gehört auch wieder unter ein Dach. Aber es soll keine „Hau-ruck-Aktion“ werden. Das größte finanzielle Problem ist die Losensteinhalle. Da steht vieles noch in den Sternen. Wird sie überhaupt noch gebraucht und ist sie weiterhin noch so finanzierbar? Wegreißen oder nicht ist hier die Frage.

2020 steht die Gemeinderatswahl an. Was steht auf Ihrem Wunschzettel?

Vasku: Natürlich will ich ein gutes Wahlergebnis. Und ich will kein kurzzeitig denkender Politiker sein. Unsere Projekte brauchen seine Zeit.