Pöchlarn

Erstellt am 17. Januar 2019, 04:00

von Denise Schweiger

Hellwach im Einsatz, schlaflos in der Nacht. Einsätze mit Todesfällen forderten Florianis 2018 besonders. Im Pöchlarner FF-Haus sind Seelsorge und Psychohygiene Thema.

Die Pöchlarner Florianis waren im Vorjahr 260 Mal im Einsatz. Mit Verkehrsunfällen, Brandeinsätzen und Menschenrettungen ist die Einsatz-Palette der Feuerwehr bunt gemischt.  |  FF Pöchlarn

260 Mal rückten die Pöchlarner Florianis 2018 zu den verschiedensten Einsätzen aus. Brände, Verkehrskarambolagen, Ölaustritte – aber auch zu Suizid-Szenarien und Unfällen, die tödlich endeten. Das Vorjahr war von solchen Einsätzen geprägt: Außergewöhnlich oft war die Feuerwehr der Nibelungenstadt 2018 mit dem Tod konfrontiert.

„Normalerweise werden wir zu ein bis zwei Einsätzen mit Todesfolge im Jahr alarmiert. Heuer waren es sechs, das ist ein extrem hoher Wert“, erläutert Günter Walter, Pressesprecher der Pöchlarner Feuerwehr. Dieser Anstieg führt zu einer hohen psychischen Belastung für die Einsatzkräfte.

Dass innerhalb der Mannschaft offen mit dem Thema umgegangen wird, ist laut Walter essenziell. „Das gehört leider zur Feuerwehr dazu. Umso wichtiger ist, dass man aufeinander aufpasst und über das Erlebte spricht“, informiert er im NÖN-Gespräch.

Deswegen finden nach schlimmen Einsätzen immer interne Besprechungen im Pöchlarner FF-Haus statt. Bei Bedarf kommen auch speziell geschulte „Peers“ des FF-Landeskommandos, um bei der Verarbeitung zu helfen. „Das macht gute Kameradschaft aus“, meint Walter, „man ist auch nach dem Einsatz nicht alleine.“