Rallye-Sponsoring: Neue Vorwürfe gegen FPÖ . Rallyeteam Franz soll laut FP-Insider nicht einziger Sponsordeal gewesen sein. Auch ein Sportler aus dem Mostviertel soll Geld erhalten haben. Als Gegenleistung fuhr er bei Rennen einen blauen Boliden mit dem Aufdruck "Wir leben Heimat".

Von Markus Glück. Erstellt am 20. Juli 2020 (13:30)
Walter Vogler

„Hier ist nichts Illegales geschehen, die Zahlungen sind hundertprozentig gesetzlich gedeckt“, meint FP-Landesrat Gottfried Waldhäusl über monatliche Zahlungen an das Rallyeteam Franz aus Waidhofen an der Thaya, welche von „Profil“ und „Der Standard“ aufgedeckt wurden. Laut den beiden Medien überweist der FPÖ-Landtagsklub monatlich 800 Euro an das Rallyeteam Franz. Als Gegenleistung ging der Hobbyrennfahrer mit FP-Slogans an seinem Boliden, wie „Mut zur Heimat“, an den Start.

Nach der Veröffentlichung meldeten sich bei der NÖN Kenner der Rallyesportszene, aber auch FP-Funktionäre, die nicht nur bei Waldhäusl eine Nähe zum Motorsport sowie zum Sponsoring von Rallyefahrern sehen. Einmal mehr taucht dabei der Name von Ex-FP-Klubobmann Martin Huber auf, der mittlerweile aufgrund eines Glückwunsch-Postings zu Hitlers-Geburtstag aus der FPÖ ausgeschlossen wurde. So soll Huber mehrere Kartveranstaltungen in Blindenmarkt mit FP-Geldern finanziert haben. Bei mehreren Events waren zudem Gokarts mit den Slogan „Mut zur Heimat“ unterwegs. Huber dementiert dies alles gegenüber der NÖN: „Die Events haben sich durch das Startgeld finanziert. Ich versuche, Menschen in Not zu helfen, und Sportler sowie freiwilliges Engagement für unsere Gesellschaft zu unterstützen.“

Bei den Gokart-Events war auch der nunmehrige Melker FP-Bezirksobmann und Pressesprecher der Landespartei, Richard Punz, anwesend. Laut ihm haben sich einige Fahrer die Slogans freiwillig auf die Boliden geklebt. Auch er betont, dass jeder das Antreten selbst bezahlt habe, hier kein Geld der Partei geflossen sei.

Finanzielle Mittel flossen dafür in einen jungen Motocrossfahrer aus dem Mostviertel. Das bestätigt auch Huber: „Dieser Sportler wird von mir persönlich finanziell unterstützt. Junge und engagierte Sportler werden bei mir immer ein offenes Ohr haben.“

Indes mehren sich Gerüchte, dass die FPÖ weitere Rallyesportler finanziell unterstützt hat. So soll Huber einen Sponsordeal der FPÖ mit einem Motorsportler aus dem Mostviertel eingefädelt haben. Diesen verkündete dann im Sommer 2016 der damalige FP-Verkehrssprecher Erich Königsberger mit den Worten „Er gibt künftig für die Freiheitlichen NÖ Gas. Die Zusammenarbeit ist fixiert“. Mit seinem komplett in blau gehaltenen Boliden und dem Slogan „Wir leben Heimat“ fuhr der Rallyesportler bis zumindest Sommer 2018 Rennen, zeitgleich war er auch FP-Gemeinderat in seiner Heimatgemeinde. Von wo das Geld für den Deal gekommen ist, ist bisher unklar. Huber geht gegenüber der NÖN auf die Vorwürfe nicht ein, er betont aber: „Für parteiinternes Gezank meiner ehemaligen Parteifreunde stehe ich nicht zur Verfügung“.

Ähnlich zurückhaltend gibt sich auch die FPÖ, die detaillierten Fragen der NÖN zum Sponsordeal mit dem Rallyesportler unbeantwortet lässt. Ein ranghoher FP-Funktionär erklärt im NÖN-Gespräch aber, dass hier „garantiert Geld geflossen sei: „Ansonst hätte es keine öffentliche Präsentation gegeben, Hungendorfer wäre zudem nicht zwei Jahre mit unserem Logo gefahren.“

Offiziell klingt das bei den Freiheitlichen allerdings anders: Dort sieht man in den Medienanfragen ein „durchschaubares Manöver, um das sogenannte mediale Sommerloch zu füllen“. „Alle unsere Unterstützungsleistungen erfolgen völlig rechtskonform. Zudem bedeutet nicht automatisch, dass jemand Geld von uns erhält, nur weil unser Logo getragen oder ein Sticker aufgeklebt wird“, erklärt Punz im Namen der Landespartei.

Mehr Details in den nächsten Lokalausgaben der NÖN.