Frauenpower unter der Perchtenmaske. Sarah Albrecht und Nicole Keil laufen bei Perchtengruppe mit. Dabei stehen die beiden den männlichen Kollegen in nichts nach.

Von Denise Schweiger und Claudia Christ. Erstellt am 13. November 2017 (16:35)
Seit zehn Jahren läuft die Pöchlarn-erin Sarah Albrecht beim „Nibelungen Pass“ mit. Auch Sohn Maximilian ist mit dabei.
privat

Die Perchtenmaske wiegt bis zu zehn Kilogramm, dazu kommt noch das Gewicht des Mantels und der Glocke. Die schaurigen Gestalten ziehen in den kommenden Wochen auch wieder durch den Bezirk, um nach einem alten Brauch das Böse zu vertreiben.

Immer öfter steckt hinter der grimmigen Maske auch eine zierliche Frauengestalt. So wie Sarah Albrecht. Sie läuft seit zehn Jahren mit ihren männlichen Kollegen für die Perchtengruppe „Nibelungen Pass“. „Ich bin von Anfang an mit Begeisterung dabei und fühle mich in der Gruppe sehr wohl“, berichtet die 26-jährige Pöchlarnerin.

Dass weibliche Perchten im Vormarsch sind, kann sie nur bestätigten: „Viele junge Frauen finden Gefallen an diesem Brauchtum, bei dem Spaß und das Kennenlernen von Leuten für mich im Vordergrund stehen.“

So sieht das auch Nicole Keil. Die 34-jährige Loosdorferin ist seit vier Jahren leidenschaftliches Mitglied bei den „Melker Au-Teufel’n“. Ein Jahr nach ihrem Beitritt wurde sie auch zum Vorstandsmitglied des Vereins rund um den schaurigen Brauch. Keil ist von klein auf wie gefesselt von den bösen Gestalten, die in der Adventzeit ihr Unwesen treiben. Gefürchtet hat sie sich dabei nie: „Ich war immer schon fasziniert von dieser Tradition. Ich habe mir sogar die Ausrüstung gekauft, da war ich noch bei keinem Verein dabei.“

Und das „Perchten-Gen“ scheint vererbbar zu sein: Auch ihre vier Jahre alte Tochter ist bei Läufen in gruseliger Maskerade dabei – und verstärkt als junges Mädchen den Frauenanteil in der Gruppe. Ob die Kleine sich je gefürchtet hat? „Nein, sie wächst ja quasi mit mir damit auf“, schmunzelt Keil.