Lagerhaus Pöchlarn: Die Wiege der Kraft am Land. Ältestes Lagerhaus Österreichs steht in Pöchlarn. Ein Blick in die Historie.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 21. April 2021 (04:41)
Die Eisbaum-Mühle in Pöchlarn wurde 1912 angekauft und ist Österreichs einzige Mühle, die von einer Lagerhaus-Genossenschaft betrieben wird.
Denise Schweiger, privat

„Oh Logahaus du bist so funky, i bin a Logahaus-Junky!“ – mit dem „Lagerhaus-Reggae“ schuf der Kabarettist Mike Supancic eine Ode an das Lagerhaus – und einen hartnäckigen Ohrwurm. Baumarkt, Gartencenter, Nahversorger und Anlaufstelle fürs Heizen und Tanken: Das Lagerhaus ist eine Institution in ganz Österreich, über Jahrzehnte sind mehr als tausend Filialen entstanden.

Alleine in den Bezirken Melk und Scheibbs gibt es 14 Standorte. Und eine davon ist die Geburtsstätte aller Lagerhäuser: Am 19. Mai 1898 wurde unter Obmann Stadtpfarrer Prälat Matthäus Bauchinger in Pöchlarn die erste Lagerhausgenossenschaft Österreichs gegründet.

Denise Schweiger, privat

Das Lagerhaus-Silo ragt an diesem Nachmittag in den blauen Himmel über der Nibelungenstadt. Heute befindet sich das Pöchlarner Lagerhaus neben dem Bahnhof, früher war es im Schiffsmeisterhaus beheimatet, später wurde die Eisbaum-Mühle angekauft.

„Anfangs war das Lagerhaus nur für Landwirte ausgerichtet, das hat sich vollkommen geändert“, sagt Ernst Rechenmacher und lässt den Blick über das Areal schweifen. 1963 wurde die erste Werkstätte in Pöchlarn errichtet. 14 Jahre später startete Rechenmacher als Praktikant an diesem Standort.

„Ich kenne das Lagerhaus von A bis Z, bin seit bald 45 Jahren in diversen Lagerhäusern beschäftigt“, berichtet der gebürtige Blindenmarkter nicht ohne Stolz. Der einstige Praktikant stieg immer weiter auf, seit 2010 leitet er als Geschäftsführer das Pöchlarner Lagerhaus. Durch diverse Fusionen in der Vergangenheit entstand das heutige Lagerhaus Mostviertel Mitte.

Rund 500 Personen im „Lagerhaus-Dienst“

„Neben unseren vielen Branchen ist das Lagerhaus auch eine Ausbildungsstätte geworden. Etwa 60 Lehrlinge sind hier ständig in Ausbildung“, informiert Rechenmacher. Rund 500 Personen sind im Pöchlarner Lagerhaus beschäftigt – auch in Zeiten Coronas. Wie der Geschäftsführer betont, gab es seit dem Ausbruch der Pandemie keine Entlassungen – und sobald sich die automatische Schiebetür nach den Zwangsschließungen wieder öffnen durfte, immer viel zu tun.

„Nach dem ersten Lockdown haben uns die Kunden regelrecht überrannt. Dank der Durchhaltekraft unseres Personals haben wir den Ansturm aber gut bewältigt“, erinnert sich Rechenmacher. Aktuell kann online aus dem Lagerhaus-Sortiment gewählt und die Waren können kontaktlos abgeholt werden, Fachwerkstätten sowie Tankstellen sind geöffnet.

Ob Rechenmacher mit einem abermaligen „Sturm aufs Lagerhaus“ rechnet, sobald geöffnet werden darf? „Prognosen lassen sich nicht stellen, aber die Verschönerung des Gartens oder der eigenen vier Wände ist nach wie vor ein großes Thema“, schmunzelt er.