22-jähriger Loosdorfer: Weg vom Suchtgift. Ein 22-Jähriger stand wegen Suchtgifthandel vor Gericht. Er hat seinen Lebenswandel seit einiger Zeit aber deutlich verbessert.

Von Stefanie Marek. Erstellt am 27. November 2020 (06:48)
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APA (Symbolbild)

Über einen Kilo Amphetamine, 500 Ecstasy-Tabletten und mehrere Gramm Cannabis, Kokain und MDMA — es ist die Menge an Suchtmitteln, die ein 22-Jähriger in Loosdorf von Juni bis August 2019 an einige wenige Personen verkauft haben soll, die den Richter stutzig macht. Zumindest bei den Amphetaminen sei es deutlich weniger gewesen, sagt der Angeklagte.

Die beiden Zeugen, die den 22-Jährigen belasten, erscheinen nicht zum Gerichtstermin, ihre Mengenangaben in den Protokollen findet der Richter aber widersprüchlich. „Ich bereue, was in der Vergangenheit gewesen ist“, sagt der Angeklagte in aufrichtigem Tonfall. Seit Herbst 2019 habe er mit Drogen nichts mehr zu tun und sei clean, erzählt er. Er habe jetzt außerdem eine Arbeit und sei wieder bei seinen Eltern eingezogen. Seine Bewährungshelferin bestätigt, dass er sein Leben mittlerweile in eine positive Richtung geändert hat.

Milde Strafe wegen Lebensänderung

Er hat eine Vorstrafe und wurde im Juni 2020 wegen eines Suchtmitteldelikts verurteilt. Seither sei er nicht mehr straffällig gewesen. Auf Suchtgifthandel können bis zu fünf Jahre Gefängnis stehen. Es sei aber glaubwürdig, dass der Angeklagte mit seiner Suchtgiftvergangenheit abschließen will, sagt der Richter. Die Zeugen erscheinen nicht, um ihren Protokollaussagen noch etwas hinzuzufügen. Der Richter glaubt dem Angeklagten, dass er weniger Amphetamine verkauft habe, als von den Zeugen ursprünglich behauptet. Er rechnet dem Angeklagten außerdem an, dass er von selbst clean geworden sei und es auch mit einer Arbeit aus seiner Situation geschafft habe.

Er bekommt eine Zusatzfreiheitsstrafe von sieben Monaten bedingt, mit einer Probezeit von drei Jahren. Insgesamt sind das mit dem Urteil der Vorstrafe 15 Monate bedingt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.