Kreisverkehr wird teurer als erwartet. Knapp 70.000 Euro zusätzlich für Kreisverkehr in St. Leonhard.

Von Michael Bouda. Erstellt am 16. Juli 2019 (04:34)
N. Fahrnberger
Im Bereich des künftigen Kreisverkehrs am St. Leonharder Hauptplatz bedarf es wegen der zu erwartenden Belastung durch den Verkehr einer Bodenauswechslung.

In eineinhalb Monaten soll das Großprojekt Hauptplatz größtenteils fertiggestellt sein, ruhig wird es aber gerade um den Kreisverkehr – ein integraler Bestandteil der Neugestaltung – nicht. Eine geringere Tragfähigkeit des Bodens als vom Land Niederösterreich vorgegeben verlangt nun eine Bodenauswechslung. Der Durchführung dieser Maßnahme, mit knapp 70.000 Euro dotiert, stimmte der St. Leonharder Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung zu.

Lueger: "Fass ohne Boden" 

Für Unmut sorgte dies vor allem bei Bürgerlisten-Gemeinderat Josef Lueger. „Offenbar handelt es sich um einen Planungsfehler, denn die Bodentragfähigkeit hätte bereits vor der Ausschreibung festgestellt werden können“, kritisiert Lueger die Mehrkosten und sieht das Projekt Kreisverkehr als „Fass ohne Boden“: „Leidtragende sind wieder einmal die Bürger von St. Leonhard.“

„Das war einkalkuliert“, entgegnet St. Leonhards VP-Bürgermeister Hans-Jürgen Resel im Gespräch mit der NÖN: „Wir haben das im Vorfeld mit der Straßenbauabteilung des Landes besprochen: Wenn es sich herausstellen sollte, dass diese Arbeiten gemacht werden müssen, dann werden Mehrkosten entstehen. Das war nichts Neues für uns.“

Resel: "Finanzielle Reserven eingeplant"

Dementsprechend habe die Marktgemeinde auch vorgesorgt, wie Resel weiter ausführt: „Wir haben finanzielle Reserven eingeplant, mit denen die Mehrkosten fast zur Gänze gedeckt sind.“ Und die zusätzlichen finanziellen Mittel hätten sich schließlich nicht vermeiden lassen. Resel: „Vorher haben wir nicht gewusst, wie die Bodenbeschaffenheit ist. Nun haben zum einen verschiedene Drucktests ergeben, dass der Boden ausgewechselt werden muss, und zum anderen alte Leitungen, die gemeinsam mit neuen Leitungen neu verlegt werden müssen.“

Resel versteht deshalb die Aufregung nicht: „Wäre das nicht notwendig gewesen, hätten wir uns gefreut, aber wir haben damit gerechnet.“ Zu einer Verzögerung bei der Fertigstellung sollen die zusätzlichen Arbeiten laut dem Bürgermeister nicht führen.