"Hendlleiter", "Eisrutsche": Kritik an Provisorium

Neue Kritik an Provisorium bei Hubbrücke in Melk. Sanierung soll am 6. Dezember starten.

Erstellt am 01. Dezember 2021 | 04:02
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Peter Pruzinas morgendlicher Spaziergang entpuppt sich dieser Tage als Rutschpartie. „Trotz Trekkingschuhen“, erzählt er. Denn das Überqueren der Hubbrücke sei eine Herausforderung, beschreibt der Melker. Und das seit Juli: Im Zuge des Hochwassers im Sommer wurde sie beschädigt und kann seither nur über einen provisorischen Holzsteg betreten werden. „Bei Temperaturen unter 0 Grad gleicht die ‚Hendlleiter‘ einer eisigen Rutsche. Die Chance, sich hier zu verletzen, ist sehr groß“, betont Pruzina. Er nimmt die Stadtpolitik in die Pflicht: Es sei höchste Zeit, dass die Brücke saniert wird – gerade im Lockdown seien die Melker froh, in die Au zu gelangen. „Dafür muss man aber derzeit jeden Tag Gefahr auf sich nehmen.“

Gegenüber der NÖN betonte ÖVP-Vize Wolfgang Kaufmann bereits im Oktober, dass die Sanierung noch dieses Jahr stattfinden solle. Und das sei nach wie vor der Plan: „Sofern es die Witterung zulässt, beginnt die beauftragte Firma am 6. Dezember. Ursprünglich hätten sie schon früher beginnen sollen, aufgrund von Lieferschwierigkeiten gab es jedoch Verzögerungen.“ Am Kostenrahmen habe sich nichts geändert, die Instandsetzung beläuft sich auf rund 32.000 Euro.

Die Vermutung Pruzinas, dass der Defekt an der Hubbrücke auf schlechte Wartung vor dem Hochkurbeln der Brücke beim Hochwasser zurückzuführen ist, weist Kaufmann „strikt“ zurück: „Die Hebung war wirklich dringend notwendig – es kam extrem viel Holz vom Melkfluss herab und so bestand die Gefahr einer massiven Verklausung bzw. einer grundsätzlichen Beschädigung.“ Kaufmann verweist jene, die sich beim Überqueren des Provisoriums unwohl fühlen, auf die neue Kolomanibrücke: „Diese kann man sicher und einfach überqueren.“