Alexander Bernhuber: „Die Zukunft liegt in Brüssel“. Bauernbundkandidat Alexander Bernhuber (ÖVP) aus Kilb über seine Chance auf ein Mandat im EU-Parlament.

Von Markus Glück und Denise Schweiger. Erstellt am 24. April 2019 (08:57)
EU-Wahl-Kandidat Alexander Bernhuber im Gespräch mit NÖN-Zweigstellenleiter Markus Glück.
EU-Wahl-Kandidat Alexander Bernhuber im Gespräch mit NÖN-Zweigstellenleiter Markus Glück. Denise Schweiger

Geht es nach den Plänen des 26-jährigen Kilbers Alexander Bernhuber, so soll mit der EU-Wahl am 26. Mai der Sprung in das EU-Parlament nach Brüssel erfolgen. Mit der NÖN sprach er über seine Beweggründe, die Unterstützung des Bauernbundes und die Herausforderung Europa.

NÖN: Bisher waren Sie nur Polit-Insidern bekannt. Wie soll Ihnen der Sprung vom Kilber Gemeinderat nach Brüssel gelingen?

 „Man muss schauen, wo der Wolf sein Zuhause haben kann und wo es wolfsfreie Bereiche braucht. Der Mensch geht vor.“ Alexander Bernhuber

 Alexander Bernhuber: In den Kreisen des Bauernbundes war ich bereits viel unterwegs und gerade im ländlichen Bereich habe ich dank der Landjugend viele Kontakte geknüpft. Natürlich ist es eine große Herausforderung, es macht aber auch Spaß, in ganz Niederösterreich unterwegs zu sein.

Die ÖVP führt einen Vorzugsstimmenwahlkampf. Sie brauchen rund 20.000 Stimmen. Im Bezirk alleine hatte bei der Landtagswahl Karl Moser als Bauernbund-Kandidat rund 5.000 Stimmen. Ist die Wahl für Sie damit schon so gut wie in der Tasche?

Bernhuber: Überhaupt nicht! Jeder startet bei Null und die Herausforderung ist, dass der Name direkt hingeschrieben werden muss. Natürlich weiß ich aber auch, welches Mobilisierungspotenzial der Bauernbund und mein Heimatbezirk haben. Ich will keine Prognose abgeben, aber es besteht eine realistische Chance, einzuziehen.

Für den Bezirk ergibt sich bei der EU-Wahl eine skurrile Situation. Nicht nur drei Kandidaten schaffen eventuell den Weg nach Brüssel, es gibt auch die Situation, dass Bauernbund-Präsident Georg Strasser im Bezirk wohnt, aber eine andere Kandidatin unterstützt. Konnte man sich mit Strasser nicht einigen?

Bernhuber: Georg und ich kennen uns schon lange und wir haben alles abgestimmt. Es ist kein Gegen-, sondern ein Miteinander. Als Niederösterreicher und Vorzugsstimmenkaiser weiß er auch aus eigener Erfahrung, dass wir mobilisieren können. Seine Aufgabe ist es aber, beide Kandidaten ins Ziel zu bringen.

Früher ging man am Ende seiner Polit-Karriere nach Brüssel. Wieso wollen Sie Ihre mit 26 Jahren dort erst richtig starten?

Bernhuber: Gerade für uns Junge liegt die Zukunft in Brüssel. Dort passiert vieles, was uns betrifft. Ich genieße die Unterstützung von Kurz und Mikl-Leitner und will mitgestalten. Derzeit gibt es keinen Parlamentarier unter 30. Das müssen wir ändern, denn die Jungen müssen Europa mitgestalten.

Die Bauern kämpfen derzeit mit Hühnerfleisch aus der Ukraine, China kauft Schweinefleisch in Massen. Was kann ein Abgeordneter aus einem kleinen EU-Land dagegen bewirken?

Bernhuber: Wichtig ist, diese Probleme in Brüssel aufzuzeigen. Dort sitzt man an der Quelle und kann für unsere Bauern und den ländlichen Raum etwas bewirken. Dafür braucht es eine gute Vertretung direkt vor Ort.

Sie haben mit 20 Jahren den heimischen Hof übernommen, gerade die Bauern kämpfen mit Nachwuchssorgen. Gibt es ein Erfolgsgeheimnis, wie es klappt?

Bernhuber: Eine Übernahme geht nicht von heute auf morgen. Es ist ein Prozess, der auch Zeit benötigt und wo Junge und Ältere zusammenhalten müssen. Die Jungen sind heute sehr innovativ, sei es mit regionalen Hofläden oder eigenen Nischenprodukten.

Gelingt der Brexit, bekommt Österreich ein 19. Mandat und Ihre Chancen auf einen Einzug steigen. Was bedeutet der Brexit für die Landwirte?

Bernhuber: Trotz guter Vorbereitungen lassen sich die Auswirkungen schwer ausmalen. Großbritannien importiert viele agrarische Produkte. Geht ein Markt verloren, wirkt sich das auch auf die Preise aus. Das Ziel muss ein guter Deal auch für uns Landwirte sein.

Im Bezirk ist der Wolf beherrschendes Thema: Was kann dagegen unternommen werden?

Bernhuber: Wenn im Waldviertel wegen des Wolfes Angst und Schrecken herrscht, braucht es Lösungen. Man muss schauen, wo der Wolf sein Zuhause haben kann und wo es wolfsfreie Bereiche braucht. Menschliches Leben geht vor.

Sie haben eine Challenge ins Leben gerufen, bei der Sie Ihre Mithilfe in der Landwirtschaft anbieten. Warum?

Bernhuber: Ich will den Menschen zeigen, dass ich weiß, wie man anpackt und etwas umsetzen kann. Mein Slogan lautet nicht umsonst „Alex Bernhuber macht’s“.