„Bertl“ lässt grüßen. Seit 30 Jahren nisten Störche auf dem Dach von Franz und Hedwig Birgl in Kilb. Laut wird‘s oft schon um 3.30 Uhr.

Von Michael Bouda. Erstellt am 09. Juli 2020 (04:30)
Franz und Hedwig Birgl vor dem Storchennest auf ihrem Dach. Tagsüber sind die Vögel meist auf Wanderschaft. 
Michael Bouda

„Geh‘ Birgl, bild‘ dir nicht ein, dass zu dir ein Storch kommt“, machten sich einige Kilber vor gut 30 Jahren über Franz Birgl schon fast etwas lustig. Der Kilber Wirt wusste, dass regelmäßig Störche in die Gegend kamen. „Also habe ich ein Wagenrad auf dem Rauchfang befestigt“, schildert er. Und tatsächlich: Das Storchenpaar wanderte vom Nachbarhaus auf jenes der Birgls.

„Bertl“ nannten sie den ersten Storch. „Er war besonders zutraulich“, erinnert sich Hedwig Birgl. Seit drei Jahrzehnten bekommen die Kilber nun jedes Jahr Besuch. „Es sind immer andere“, erzählt die Wirtin. „Wir sagen aber trotzdem jetzt auch noch manchmal ‚Bertl‘ zu ihnen“, lacht Franz Birgl.
Dieses Jahr war es am 13. März so weit: ein Storch allein, der für ein paar Wochen blieb. „Dann war er wieder weg. Am 3. April waren es auf einmal

zwei“, freute sich Franz Birgl. Jedes Jahr ist die Ankunft ein Erlebnis, wie er beschreibt: „Neben unserer Küche haben wir eine große Lichtkuppe – da hören wir dann das Klappern. Und die Leute schreien auf der Straße: ‚Der Storch ist da! Der Storch ist da!‘.“

Von ihrem Zuhause über dem Kilber Gasthaus aus können sie den gefiederten Besuch aus nächster Nähe beobachten. Und hören. „Oft fangen sie schon um halb 4 oder 4 Uhr Früh zum Klappern an“, schmunzelt Hedwig Birgl. Tagsüber sind die Störche dann meistens unterwegs. „Manchmal kommen sie erst um 10 Uhr abends wieder nach Hause“, erzählt Franz Birgl.

Gefüttert werden die Störche übrigens nicht. „Wir haben es schon einmal probiert, aber sie nehmen nichts an“, sagt Franz Birgl. Ehefrau Hedwig Birgl ergänzt: „Sie brauchen die Freiheit.“