Primärversorgungsnetzwerk startet mit September. Nun ist es fix: Das Primärversorgungsnetzwerk startet. Das erweiterte Team kommt ins Kilber Ortszentrum.

Von Michael Bouda. Erstellt am 15. Juli 2020 (05:02)
Allgemeinmediziner Kurt Weissenborn und VP-Ortschef Manfred Roitner (v. l.) vor dem Gebäude des Kilber Gemeindeamts. In das Dachgeschoß wird ein Teil des erweiterten Teams einziehen.
Michael Bouda

Nun ist es tatsächlich vollbracht: Einem Start des Primärversorgungsnetzwerks (PVN) im Herbst steht nichts mehr im Weg. „Der Start ist am 1. September“, informiert der Kilber Arzt Kurt Weissenborn, der das PVN vorangetrieben hat, im Gespräch mit der NÖN.

Fünf Allgemeinmediziner in sechs Gemeinden sind Teil des Netzwerks: Kilb, Hürm, Texingtal, Bischofstetten, Kirnberg und St. Leonhard, wobei in St. Leonhard nur eine halbe Planstelle besetzt ist – die Zweitordination von Hansjörg Fedrizzi.

Das Prestigeprojekt war zwischenzeitlich in der Schwebe gewesen (die NÖN berichtete). Dass es nun, zwar verspätet und etwas verkleinert, aber dennoch starten kann, freut Weissenborn sehr: „Wir sind froh, dass es jetzt auf Schiene ist.“

Ab 1. September wird das PVN das ganze Jahr über von Montag bis Freitag durchgehende Öffnungszeiten von 7 bis 12 Uhr und von 14 bis 19 Uhr gewährleisten. Über Mittag gibt es jeweils eine Rufbereitschaft.

„Wir sind froh, dass es jetzt auf Schiene ist.“Kurt Weissenborn, Arzt in Kilb und treibende Kraft hinter dem Primärversorgungsnetzwerk

Zusätzlich zu den Medizinern wird das erweiterte Team verschiedenste Dienstleistungen anbieten. Es besteht aus elf Personen und umfasst die Felder Ernährungsberatung, Psychotherapie, Physiotherapie, Case and Care Management, Ergotherapie und Sozialarbeit. Diese werden zum Teil auf die verschiedenen Arztpraxen aufgeteilt. Für alle jene, die auch Büroräumlichkeiten benötigen, ist nun ein neuer Standort gefunden: im Gebäude des Kilber Gemeindeamts. Dafür gab der Kilber Gemeinderat in seiner Sitzung vergangene Woche grünes Licht.

Entscheidend war dabei, dass das vorgesehene Gebäude, die ehemalige Schlecker-Filiale in Kilb, für das verkleinerte PVN schwierig zu stemmen gewesen wäre. „Der finanzielle Aufwand ist sehr groß, weshalb wir uns gegen das Privatobjekt entschieden haben“, erläutert Weissenborn. Kilbs Bürgermeister Manfred Roitner (VP) brachte die Idee, das erweiterte Team im Gebäude des Gemeindeamts anzusiedeln, aufs Tapet.

„Das erweiterte Team braucht nun weniger Platz und über dem Gemeindeamt können wir das Dachgeschoß noch ausbauen – dafür ist es bereits vorbereitet“, sah Roitner ideale Voraussetzungen. Zudem ist das Objekt im Kilber Ortszentrum ideal gelegen und der bereits vorhandene Lift sorgt für Barrierefreiheit. „Es bietet sich super an“, zeigt sich Weissenborn begeistert.

Der Ausbau erfolgt laut Roitner „so rasch wie möglich“. Die Fertigstellung wird rund um den Starttermin des PVN am 1. September angepeilt.