Bibeln an Kinder verteilt: Eltern empört. Verteilaktion des Gideonbundes sorgt bei Eltern für Empörung. Fremde sprachen Kids vor der Schule an.

Von Tanja Horaczek-Gasnarek. Erstellt am 25. Juni 2019 (04:56)
Horaczek-Gasnarek
Solche Schulbibeln verteilte der Gideonbund an Schüler aus Loosdorf.

Unstimmigkeiten gab es in der Gemeinde wegen einer Verteilaktion des Gideonbundes. Jeweils drei Leute der religiösen Gemeinschaft positionierten sich bei den Eingängen und bei den Wegen zur Schule. Mit ihren Schulbibeln in der Hand sprachen sie ein Kind nach dem anderen an, ob es schon ein Neues Testament hätte und in welche Klasse es gehe. Ein paar Eltern, die ihre Kleinen zur Schule brachten, beobachteten dieses aus der Ferne doch merkwürdig aussehende Vorgehen.

Die ersten besorgten Mails und Anrufe gingen bei Schule und Gemeinde ein. „Wir wissen darüber Bescheid“, erklärten Volksschuldirektorin Petra Matejschek und SP-Bürgermeister Thomas Vasku. Josef Spindler vom Gideonbund ist schon Wochen zuvor in der Schule gewesen und hatte grundsätzlich nur bei der Direktorin der NMS wegen der Verteilaktion angefragt.

Eine Genehmigung im Gebäude ist ihm aber nicht erteilt worden. Daher wandte sich Spindler an die Gemeinde. „Da die Aktion im öffentlichen Raum – vor der Schule – stattfand, konnte ich ihnen keine Absage erteilen“, berichtet Vasku. Der Gideonbund informierte auch die Volksschuldirektorin über sein Vorgehen. „Es ist aber so, dass normalerweise die Direktion die Lehrer und auch die Eltern informiert“, erklärt Spindler.

„Mir war nicht bewusst, welche Auswirkungen unsere doch gut gemeinte Aktion hat.“Josef Spindler, Sprecher des Gideonbundes

„Solche Aktionen sind bei der Schule absolut unpassend. Für die Jüngeren ist es schwer zu unterscheiden, wer oder was hinter solchen Verteilaktionen steckt“, ist ein Vater empört. Die Eltern sind sich einig, dass niemand Fremder hier im geschützten Bereich vor dem Schulgebäude die Kinder anreden und ihnen etwas in die Hand drücken soll.

„Wir hätten gerne eine Information gehabt“, meinen die Eltern. Vor allem die Kinder der ersten und zweiten Klasse waren mit der Aktion überfordert. Im Gespräch mit der NÖN zeigte sich Josef Spindler einsichtig. „Mir war nicht bewusst, welche Auswirkungen unsere doch gut gemeinte Aktion hat. Wir werden beim nächsten Mal, wenn wir bei einer vom Alter her gemischten Schule stehen, anders vorgehen.“ Normalerweise schenkt der Gideonbund das Neue Testament an ältere Kinder.