Loosdorf

Erstellt am 12. Juni 2018, 03:40

von Michael Unger

Sebastianikapelle: Drei Ideen für leeres Heim. Die Gemeinde sucht nach einer Nachnutzung für das seit März leerstehende Wohnheim. Senioren-WG, Tagesbetreuung oder Behinderten-Wohngruppe werden diskutiert.

Malteser-Care-Geschäftsführer Helmut Lutz, Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig und Bürgermeister Thomas Vasku im leeren Wohnheim.  |  Gemeinde

Völlig überraschend stellte im März das Pflegeheim im Bürgerspital (Sebastianikapelle) seinen Betrieb ein. Erst 2014 war es eröffnet worden. Die drei Patienten zogen aus, der Trägerverein „Wohnhaus Loosdorf“ löste sich auf. Obfrau Veronika Karner erklärte der NÖN, eine so kleine Einheit habe sich nicht wirtschaftlich sinnvoll führen lassen.

Ein Schlag vor allem für die Gemeinde Loosdorf, die mit rund 400.000 Euro den Großteil der Umbaukosten des Gebäudes übernommen hatte. Und aufgrund einer Klausel im Vertrag mit Malteser Care muss sie sich auch, solange das Heim leer steht, zur Hälfte an der Rückzahlung von deren Kosten beteiligen.

Das Hilfswerk des Malteser-Ordens hatte das Wohnheim zunächst selbst betrieben und später an den Verein weitervermietet. Daher sucht die Gemeinde nun nach einer Nachnutzung für das leere Heim. Vergangene Woche besichtigte SP-Bürgermeister Thomas Vasku das Gebäude zusammen mit Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) und Malteser-Care-Geschäftsführer Helmut Lutz. Königsberger-Ludwig sagte dabei die „bestmögliche Unterstützung“ des Landes bei jeder künftigen Nutzung zu.

Laut Vasku werden derzeit drei Varianten diskutiert: Eine „Senioren-WG“ für noch fitte ältere Menschen, die nur geringfügig, wie etwa bei der Hausarbeit, unterstützt werden, eine Tagesbetreuungseinrichtung für kurzfristige 24-Stunden-Pflege oder eine Wohngruppe für behinderte Personen, möglicherweise als Zweigstelle des Caritas-Wohnheims. „Wir werden dabei nichts übereilen. Wichtig ist, dass es ein gescheites Konzept gibt, wenn auch vielleicht erst im Herbst“, sagt Vasku zum Zeithorizont.