Vorwurf: Nach Kontrolle auf Intensivstation. Loosdorferin gibt Ärztin in Universitätsklinikum St. Pölten Schuld daran, dass ihr Sohn (42) auf Intensivstation liegt. Klinikum widerspricht Darstellung der Mutter.

Von Markus Glück. Erstellt am 22. Januar 2019 (05:00)
NÖN
Ein Kontrolltermin endete für einen 42-jährigen Loosdorfer auf der Intensivstation.

Es sollte ein normaler Kontrollbesuch in der Orthopädie des Universitätsklinikums St. Pölten werden, der für einen 42-jährigen Loosdorfer allerdings unverhofft auf der Intensivstation endete. Die Schuld daran gibt die Mutter des Patienten, der aufgrund seiner gesundheitlichen Vorgeschichte neurologisch nicht ansprechbar ist, einer Ärztin der Schmerzambulanz im Klinikum.

Zur Vorgeschichte: Als die Mutter beim 42-Jährigen eine Übelkeit bemerkte, bat sie das Personal, den Mann auf die Schmerzambulanz zu überstellen. Dort angekommen soll der Patient laut Angaben der Mutter bereits erbrochen haben und bewusstlos gewesen sein. „Eine anwesende Ärztin erklärte mir, dass sie mir nicht helfen könne. Nachdem ich weiter um Hilfe gebeten hatte, rief diese zwar einen Pfleger, teilte mir aber mit, dass die Zeit bis zur Ankunft zumindest 15 Minuten dauern wird“, erzählt die Loosdorferin.

"Ärzte können Folgeschäden nicht ausschließen“

In der Folge ergriff die Frau selbst die Initiative und brachte den Patienten in die Notfallambulanz. „Dort hat man sich auch für das Verhalten der Ärztin entschuldigt. Das hilft uns aber nichts, denn mein Sohn liegt jetzt auf der Intensivstation und die Ärzte können Folgeschäden nicht ausschließen“, ist die Mutter erbost.

Beim Universitätsklinikum betont Sprecherin Ramona Ecker, dass die Weiterleitung von der Orthopädie zur Schmerzambulanz aufgrund des weiteren Therapieplans erfolgte und es damit nicht der Wunsch der Mutter war. Als sie eine Übelkeit des Sohnes angab, wurde dieser vom Rollstuhl auf eine Liege gelegt. „Nachdem die Mutter eine Besserung angegeben hatte, erfolgte unverzüglich der Liegendtransport in die Schmerzambulanz, wo er aufgrund seines reduzierten Allgemeinzustandes sofort begutachtet wurde“, widerspricht Ecker der Darstellung der Loosdorferin.

Nach Verschlechterung auf Intensivstation

Anders als die Mutter berichtet die Krankenhaus-Verantwortliche aber nicht von einer Bewusstlosigkeit, sondern von einem einmaligen Erbrechen. Aufgrund der aus Arztbriefen bekannten Epilepsie des Patienten wurde ein sofortiger Transport angefordert.

Laut Ecker wollte die Mutter aber nicht darauf warten und ergriff die Eigeninitiative. „Aufgrund einer weiteren Verschlechterung des Zustandes wurde der Mann in weiterer Folge intensivmedizinisch betreut“, erklärt Ecker.