Erstellt am 12. Juni 2018, 03:00

von Denise Schweiger

Alexander Hauer „Unsere Bühne hat keinen roten Vorhang“. Kurz vor der Premiere von „Luzifer“ sprach die NÖN mit Intendant Alexander Hauer über das Stück, die Idee und das Böse.

Mit einem ästhetischen Schrottplatz als Bühne wollen die Sommerspiele 2018 punkten. Intendant Alexander Hauer macht es sich schon einmal gemütlich.   |  Schweiger

NÖN: Heuer findet sich in der Melker Wachauarena das große Epos Gut gegen Böse. Warum fiel die Entscheidung auf diese Thematik?

Alexander Hauer: Unser Spielplan besteht aus großen mythologischen und literarischen Stoffen, die auch in einem Zusammenhang mit dem Ort zu setzen sind. So finden sich immer wieder Stoffe, die mit Melk direkt zu tun haben oder mit dem Spannungsfeld Religion und Gesellschaft. Und so lag die mythologische Figur des Luzifer dann irgendwann auf der Hand.

Vom Inhalt weiß man bis jetzt sehr wenig, vor allem im Vergleich zur historienbasierten Aufführung 2017, der „Bartholomäusnacht“. Welche Herausforderungen bringt ein Auftragswerk wie „Luzifer“ mit sich?

Hauer: Wissen wir von historischen Themen wirklich mehr als von Mythologien? Wir saßen jedenfalls dieses Mal vor einem weißen Blatt Papier und mussten uns überlegen, wie wir uns dieser Geschichte nähern, welchen Rahmen wir erfinden.

Dass Luzifer Gott zu seinem Theater des Bösen lädt, ist jedenfalls schon bekannt. War die Idee vom „Theater im Theater“ von Anfang an da?

Hauer: Das war die Idee von Autor Bernhard Aichner. Er hatte Lust auf dieses Spiel im Spiel. Freilich hat unsere große Bühne keinen roten Vorhang, bietet aber Besonderheiten. Auch das Ensemble bringt sich dabei mit Begeisterung ein.

Apropos Bernhard Aichner: Wie läuft die Zusammenarbeit zwischen euch?

Hauer: Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden. Wir haben gemeinsam konzipiert und auch jetzt in der Endphase arbeiten wir natürlich zusammen.

Vieles ist erst jetzt, kurz vor der Premiere, im Entstehen. Ist der Zeitdruck ein Reiz oder eher eine Last? Hauer: Wir sind ein lustvolles, geistiges Forschungslabor. Da bleibt alles bis zuletzt in Bewegung. Würde das nicht sein, wäre es für Ensemble und Publikum bald langweilig. Aber ich muss gestehen, in den letzten zwei Wochen schlafe ich nicht viel und der Kopf rattert sehr.

„Luzifer“ wird wohl das Böse in all seinen Facetten zeigen. Wie definieren Sie denn das Böse?

Hauer: Am ehesten als Respektlosigkeit. Da merkt man schon, dass das Böse viel früher anfängt, als nur beim Grauen.