Bürgermeister teilte fremdenfeindliche Karikatur. Via Facebook teilte Maria Taferls VP-Bürgermeister Heinrich Strondl Karikatur, die Muslime verspottet. Beitrag wurde gelöscht.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 19. Februar 2019 (04:00)
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VP-Ortschef Heinrich Strondl unter Beschuss der SPÖ.

Viele Bürgermeister im Bezirk Scheibbs nutzen Facebook als politische Bühne. Für Maria Taferls VP-Bürgermeister Heinrich Strondl wurde das soziale Netzwerk vergangene Woche allerdings zum politischen Glatteis.

Mit seinem privaten Account teilte er eine fremdenfeindliche Karikatur. Die Pointe besteht darin, dass sich ein augenscheinlicher Muslim an der Großmutter seiner Frau vergeht – da beide eine Burka tragen, hat er sie verwechselt. Der NÖN-Redaktion liegt ein Screenshot des Postings vor, dass aber aus ethischen Gründen nicht abgedruckt wird. Der digitale Aufschrei – unter anderem auch aus den Reihen der SPÖ – ließ jedenfalls nicht lange auf sich warten.

Hebenstreit: "Eines Bürgermeisters nicht würdig“

„Dies ist eines Bürgermeisters nicht würdig“, tippte etwa Marbachs SP-Vizebürgermeisterin Renate Hebenstreit unter die Karikatur. Mittlerweile ist der Beitrag zwar aus dem Netz verschwunden – Hebenstreit hält an ihrer Kritik dennoch fest. „Ich als Frau war geschockt, als ich das gesehen habe. So etwas kann ich doch, noch dazu als Person in der Öffentlichkeit, nicht auf Facebook teilen“, argumentiert sie.

Die Empörung scheint sich jedenfalls bei der SP-Fraktion Maria Taferl in Grenzen zu halten. Auf NÖN-Anfrage gab der Ortsparteivorsitzende Markus Fichtinger an, das Ganze nicht kommentieren zu wollen. „Ich möchte dazu keine Stellungnahme abgeben, da das Posting sachlich nichts mit der Zusammenarbeit in der Gemeinde zu tun hat“, ließ er in einer schriftlichen Antwort wissen. Heben- streit hingegen steht zu ihrer Meinung. „Auch wenn es einen Kollegen aus der Nachbargemeinde betrifft: Ich sehe es als meine Aufgabe, das anzusprechen“, erklärt die Vizebürgermeisterin.

Strondl wurde im Ort auf den Post angesprochen

Nachgefragt bei Heinrich Strondl will er gegenüber der NÖN festhalten, dass er den Beitrag nicht aus böswilligen Absichten geteilt hat. „Es war lediglich ein Scherz, ich hab mir nichts dabei gedacht“, kommentiert der Bürgermeister die Causa. Auch in Maria Taferl wurde der Ortschef auf das Posting angesprochen. „Ich habe es dann entfernt.“