Donaufäkalien: „Fataler als befürchtet“. FP-Mandatar Gruber fordert eine bessere Vermarktung von Abwasseranlage für Schiffe. Mit dem Ergebnis der Kontrolle des Prüfungsausschusses sieht er seine Sorge bestätigt.

Von Markus Glück. Erstellt am 17. August 2019 (04:34)
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Knapp 300.000 Euro kostete die Errichtung einer Abwasserbeseitigungsanlage bei der Schiffsanlegestelle. Nach der Fertigstellung im Jahr 2012 übernahm das Land NÖ 288.000 Euro der Kosten. Wie der Prüfungsausschuss zuletzt anmerkte, fehlen bei diesen Kosten allerdings 60.000 Euro, die für den Durchstich durch den Donauarm nötig waren. Eine erstmalige Entleerung der Schiffe erfolgte erst im Jahr 2018, wo insgesamt 7.400 Euro an die Firma Brandner als Betreiber der Steganlage abgerechnet wurden.

Durch die immer wieder aufkeimenden Diskussionen um die Entsorgung von Fäkalien der Kreuzfahrtschiffe prüfte auch der Prüfungsausschuss die Thematik. Festgehalten wird, dass die Schiffsbetreiber keine rechtliche Verpflichtung haben, wo sie ihre Abwässer entsorgen müssen.

Aktuell ist die Melker Anlage die einzige in ganz Niederösterreich, in Krems erfolgt die Entsorgung mittels Lkw. Die Gemeinden Wallsee und Dürnstein planen ebenso wie Ybbs die Errichtung von Entsorgungsanlagen. Laut VP-Stadtrat Anton Linsberger erfolgen die Abrechnung für den Wasserbezug und die Entsorgung nach festgelegten Sätzen mit der Firma Brandner. Nicht bekannt ist allerdings, welchen Preis Brandner den Reedereien verrechnet.

Mehr Schiffe nutzen die Anlage bei Anlegestelle

In der Folge sprach der Ausschuss die Empfehlung aus, gesetzliche Möglichkeiten für eine Erhöhung der Kanal- und Wassergebühren zu prüfen. Ähnlich wie bei den Busgebühren ist auch bei den Abwasserbeseitigungsanlagen eine einheitliche tarifliche Lösung erstrebenswert. Lob für die Arbeit des Prüfungsausschusses gibt es von FP-Gemeinderat Thomas Gruber:

„Es freut mich, dass der Prüfungsausschuss auf unser Anraten hinauf draufgekommen ist, was man alles prüfen kann.“ Für Gruber ist das Ergebnis noch „fataler als befürchtet“. Er wünscht sich, dass die Stadt mit dem Thema in die Offensive geht und die Anlage besser vermarktet und bewirbt. Laut NÖN-Informationen gab es zuletzt eine deutliche Steigerung bei der Verwendung der Anlage durch Kreuzfahrtschiffe.